Fondsstrategen erwarten 2015 Konjunkturerholung und setzen auf Aktien
Wien (APA) - Anlagestrategen erwarten für 2015 eine anhaltende Erholung der Weltkonjunktur und setzen weiter auf Aktienmärkte, so das Fazit ...
Wien (APA) - Anlagestrategen erwarten für 2015 eine anhaltende Erholung der Weltkonjunktur und setzen weiter auf Aktienmärkte, so das Fazit einer Veranstaltung des österreichischen Fondsforums. „Wir sind überzeugt, dass wir 2015 eine Fortsetzung der globalen Konjunkturerholung sehen werden“, sagte die Credit-Suisse-Investmentstrategin Anja Hochberg am Dienstag vor Journalisten in Wien.
Die zuletzt drastisch gefallenen Rohölpreise sollten zusätzlich wachstumsfördernd wirken, so die Expertin. Die Anlageklasse Aktien dürfte damit angesichts steigender Unternehmensgewinne 2015 wieder im Vordergrund stehen, erwartet Hochberg und favorisiert vor allem europäische Aktien. Für Europas Wirtschaft sieht sie zwar vorerst nur eine leichte Erholung, die anhaltend niedrigen Inflations- und Zinsniveaus und die lockere Zinspolitik in Europa sollten aber die Börsen stützen. Hochberg erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Bilanz bald deutlich ausweiten wird.
Auch Karola Gröger von M&G Investments sieht die Wachstumsaussichten für Weltkonjunktur und Aktienmärkte weiter intakt. Gröger verweist auf Verbesserungen am Arbeitsmarkt, den Ölpreisverfall und daraus resultierende positive Effekte auf die Realeinkommen als Wachstumstreiber.
Philipp Baar-Baarenfels von AXA Investment empfiehlt angesichts des Wirtschaftsaufschwungs und der dort hoch entwickelten Kapitalmarktkultur auch weiter US-Aktien und hier vor allem dividendenstarke Titel. Mike Judith von DNB Asset Management setzt vor allem auf den Megatrend Technologie und Aktien der IT-Branche.
Als Beispiele für Zukunftsbranchen nennt Judith die Möglichkeiten der algorithmischen Auswertung großer Datenmengen - von der Diagnostik bis zu selbstfahrenden Autos - und die rasanten Umwälzungen im Medienbereich, etwa bei den Anbietern von Online-Streamingdiensten. Auch beginnen viele Unternehmen gerade in die Erneuerung ihrer IT-Infrastruktur zu investieren, dieser anlaufende Investitionszyklus sollte die Branche zusätzlich stützen.
Baar-Baarenfels und Judith raten aber angesichts der zuletzt starken Kursanstiege der US-Märkte zu selektiven Investments bzw. aktiv gemanagten Fonds. Gerade im IT-Bereich stehen derzeit attraktiv bewerteten Aktien auch Titel mit sehr hohen Bewertungsniveaus gegenüber, so Judit. Eine branchenumfassende, neue Technologie-Spekulationsblase wie zur Jahrtausendwende sieht er aber nicht.
Neben Aktien empfiehlt Credit-Suisse-Expertin Hochberg auch weiter Diversifikation und selektive Investments in gut ausgesuchte Anleihen von Schwellenländern und Unternehmen. Der Credit-Suisse-Anleihen-Experte Ralph Geiger verweist etwa auf die interessanten Bewertungsniveaus asiatischer Anleihenmärkte.
Im Immobilienbereich setzt Gerhard Mittelbach von trivium invest auf den Trend „Micro Living“, also Kleinstwohnungen für die steigende Zahl von Ein-Personen-Haushalten. „In Paris oder New York sind aufgrund der hohen Wohnungskosten Kleinwohnungen unter 20m2 Fläche durchaus normal“, erklärt Mittelbach, „bei uns beginnt dieser Trend gerade erst“. Da Neubauwohnungen teuer geworden sind, ortet Mittelbach auch eine steigende Nachfrage nach gebrauchten Wohnungen, die selbst saniert werden können.
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