Mahnwache für „weltoffenes und tolerantes Deutschland“ in Berlin

Berlin (APA/AFP) - Als Reaktion auf die Anschläge von Paris sind in Berlin Vertreter aus Politik und Religion sowie zahlreiche Bürger zu ein...

Berlin (APA/AFP) - Als Reaktion auf die Anschläge von Paris sind in Berlin Vertreter aus Politik und Religion sowie zahlreiche Bürger zu einer Mahnwache zusammengekommen, um gegen islamistische Gewalt und eine Spaltung der Gesellschaft zu demonstrieren. Das Motto der Veranstaltung am Dienstag lautete „Für ein weltoffenes und tolerantes Deutschland und für Meinungs- und Religionsfreiheit“.

Zu der Mahnwache am Brandenburger Tor hatten der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) und die Türkische Gemeinde Berlin (TGB) aufgerufen.

Bundespräsident Joachim Gauck wollte eine kurze Ansprache halten. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), zahlreiche weitere Regierungsmitglieder wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sowie Vertreter der christlichen Kirchen und der Vizepräsident des Zentralrates der Juden, Abraham Lehrer, kamen zu der Mahnwache. Geplant waren unter anderem eine Kranzniederlegung an der französischen Botschaft durch den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, sowie eine Schweigeminute für die 17 Opfer der Anschläge von Paris.

Seit den islamistischen Anschlägen wird in Deutschland über Integration, Einwanderung sowie das Zusammenleben von Muslimen und Nicht-Muslimen diskutiert. Bereits im Vorfeld hatten sich Vertreter aus Politik und Religion um einen Schulterschluss bemüht.

„Wir werden es nicht zulassen, dass unsere Gesellschaft von Extremisten, die nur das Ziel haben, Hass und Zwietracht zu stiften, auseinandergerissen wird“, hieß es in dem Aufruf zu der Veranstaltung. In einer Sitzung der CDU-Bundestagsfraktion am Dienstag sagte Merkel nach Angaben von Teilnehmern, es sei ein „ganz wichtiges Zeichen“, dass die Einladung zu der Mahnwache von Seiten der Islam-Verbände erfolgt sei.