Börse London schließt fester nach Rekordinflation
London (APA) - Der Londoner Aktienmarkt hat am Dienstag mit freundlicher Tendenz geschlossen. Der FT-SE-100 Index schloss bei 6.542,20 Punkt...
London (APA) - Der Londoner Aktienmarkt hat am Dienstag mit freundlicher Tendenz geschlossen. Der FT-SE-100 Index schloss bei 6.542,20 Punkten und einem Plus von 40,78 Einheiten oder 0,63 Prozent.
Konjunkturseitig rechnen angesichts immer niedrigerer Inflation Marktteilnehmer mit einer Leitzinserhöhung der Bank of England (BoE) erst zur zweiten Jahreshälfte. Falls die Preise noch langsamer steigen sollten, könnten die Zinsen sogar noch „etwas länger“ auf dem historisch niedrigen Niveau von 0,5 Prozent bleiben, sagte Zentralbankchef Mark Carney am Dienstag der BBC.
Laut Carney könnten die Lebenshaltungskosten im Sog des Ölpreisverfalls weiter sinken. Dann sei es besser, die Zinsen länger konstant zu halten, als mit neuen Staatsanleihenkäufen die Notenpresse anzuwerfen. Die BoE hatte auf ihrer jüngsten Zinssitzung entschieden, das seit langem ruhende Anleihen-Kaufprogramm in Höhe von 375 Mrd. Pfund (aktuell 481 Mrd. Euro) nicht auszuweiten. Das britische Pfund geriet nach den Daten zum Euro und besonders deutlich zum US-Dollar unter Druck.
Im Branchenvergleich stand der Einzelhandel im Fokus. Die vier größten Supermarktketten der Insel erlitten in dem anhaltenden Preiskampf vor allem gegen die Konkurrenten Aldi und Lidl Umsatzeinbußen, obwohl die Verbraucher auch wegen der kräftigen Rabatte insgesamt mehr einkauften. Mit einem Rückgang von 0,7 Prozent habe Sainsbury‘s im Vergleich zu den Rivalen Tesco, Asda und Wm Morrison noch am besten abgeschnitten. Die Titel von Sainsbury stiegen 3,62 Prozent, Tesco-Papiere gewannen 3,64 Prozent und Wm Morrison notierte mit minus 0,56 Prozent.
Auch die Kaufhäuser fielen in den Blick der Aktionäre. Die Anteilscheine der britischen Kaufhauskette Debenhams fielen fast sieben Prozent, nachdem Händler einen Rückgang des Weihnachtsgeschäftes von 0,8 Prozent beklagten. Besser präsentierte sich der Branchenkollege Asos. Die Asos-Papiere schossen in London um bis zu 12 Prozent nach oben. Zuletzt notierten sie noch gut 8,57 Prozent höher. Das Analysehaus Bernstein Research lobte die Umsatzentwicklung von Asos. Das Unternehmen mache kleine Schritte in die richtige Richtung, hieß es.
Unterdessen geriet der Bankensektor unter Druck. Jedoch notierten die Aktien der Royal Bank of Scotland (RBS) mit plus 1,41 Prozent und die Baclays-Titel mit plus 0,69 Prozent. Auf europäische Banken kommen wegen zahlreicher Rechtsstreitigkeiten in den kommenden zwei Jahren nach Schätzungen des US-Konkurrenten Morgan Stanley Kosten von 52 Mrd. Dollar (44, Mrd. Euro) zu. Die größten Summen entfielen dabei wohl auf die Royal Bank of Scotland (RBS) und Barclays. Den Schätzungen zufolge könnten auf die verstaatlichte RBS weitere 10,6 Mrd. Dollar und auf Barclays 8,3 Milliarden zukommen.
Zudem hat die US-Investmentbank Morgan Stanley ihre Einstufung für HSBC auf „Underweight“ belassen. Die Ertragsrisiken für die internationalen Finanzkonzerne dürften im laufenden Jahr anhalten, hieß es. Die Anteilsscheine standen zum Schluss bei 0,25 Prozent.
~ ISIN GB0001383545 ~ APA548 2015-01-13/18:32
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