„No Cities To Love“: Comeback-Album von Sleater-Kinney - Popnews

Wien (APA) - Lange war es ruhig um die US-Formation Sleater-Kinney, doch nun erscheint mit „No Cities To Love“ ihr Comeback-Album. Wobei das...

Wien (APA) - Lange war es ruhig um die US-Formation Sleater-Kinney, doch nun erscheint mit „No Cities To Love“ ihr Comeback-Album. Wobei das Frauentrio zehn Jahre nach „The Woods“ energisch wie eh und je klingt. Galten Corin Tucker und Co in den 90ern und frühen 2000ern als einflussreiche, aber oft leider unterbewertete Gruppe, könnte sich dies mit dem Hype um die neue Platte ändern.

Nicht selten als Paradebeispiel für feministischen Rock ins Treffen geführt, kombinierten Sleater-Kinney stets Riot Grrrl-Einflüsse mit melodiösem Indie und politischer Haltung. Dass das auch heute noch bestens funktioniert, beweist etwa die erste Single „Bury Our Friends“, ein stampfender, knackiger Song, der in nur dreieinhalb Minuten alle Vorzüge von Sleater-Kinney auf den Punkt bringt. Da die restlichen neun Stücke diesem Vorboten in nichts nachstehen, darf man sich auf ein frühes Highlight dieses Popjahres freuen.

Ein psychedelisches Treffen mit dem Sensenmann beschert Noah Lennox alias Panda Bear auf seinem fünften Studioalbum. Der US-amerikanische Musiker, der mittlerweile in Lissabon ansässig ist, bietet auf „Panda Bear Meets The Grim Reaper“ neuerlich elektronischen Pop mit stark repetitivem Grundgestus und nutzt dafür 70er-Jahre-Sounds ebenso wie Klassik-Anleihen. Über den vielfältigen Klangflächen schwebt die Stimme des Animal Collective-Mitglieds, überholt sich teils selbst, während sich Beats und Knusper-Elektronik immer höher auftürmen. Ein kunterbunter Ausflug in nur oberflächlich düstere Gefilde.

Dan Mangan meldet sich nach zweijähriger Auszeit, in der er sich seiner Familie gewidmet hat, mit dem Album „Club Meds“ zurück. Dafür hat sich der kanadische Folksänger Unterstützung von Blacksmith geholt, einer u.a. aus Kenton Loewen, Gordon Grdina und John Walsh bestehenden Formation. Und das hat offensichtlich Spuren hinterlassen: Die elf neuen Stücke kommen um einiges sperriger und melancholischer daher, als man es vom 31-Jährigen bis dato gewohnt war. Schon der Opener „Offred“ besticht mit seiner düsteren Atmosphäre, und auch „Kitsch“ versprüht alles andere als seinen Titel, sondern tief schürfende Indie-Glückseligkeit. Eine mehr als gelungene Neuausrichtung für den Musiker.

Mittels Crowdfunding von der Straßen- zur Studiomusikerin: Die 25-jährige Berlinerin Elen hat für ihr gleichnamiges Debütalbum auf internetbasierte Unterstützung gesetzt und damit Erfolg gehabt. Am 6. Februar erscheint das zwölf Songs starke Ergebnis, für das sie etwa Jazzkantine-Schlagzeuger Dirk Erchinger oder Fred Sauer gewinnen konnte. Und Elen kann durchwegs zufrieden mit ihrem Output sein, der zwischen handgemachtem Singer-Songwritertum und synthetischen Einsprengseln changiert.

Nach der Winterreise eine Dichterliebe: Die österreichische Sängerin Lia Pale, die sich mit ihrem 2013 erschienen Debüt „Gone Too Far“ Schuberts „Winterreise“ angenommen hat, bietet ihren Fans nun eine jazzige Bekanntschaft mit Heinrich Heine und Rainer Maria Rilke an. Vertont von Mathias Rüegg, intoniert Pale auf „My Poet‘s Love“ jeweils sieben Texte der Dichter und ergänzt diese Stücke um zwei eigene, an Heine und Rilke gerichtete Songs. Diese musikalisch-literarische Beziehung wird am 3. Februar im Wiener Porgy & Bess auch live vorgestellt.

Die US-amerikanische Indie-Band Death Cab For Cutie veröffentlicht am 27. März ihr neues Album „Kintsugi“. Es wird das erste Werk ohne Gründungsmitglied Chris Walla sein, der im Vorjahr ausgestiegen ist. Ein Umstand, auf den wohl auch der Titel indirekt eingeht: Mit der gleichnamigen japanische Kunstform werden zerbrochene Keramiken mit wertvollen Rohstoffen repariert. Produziert wurde die mittlerweile neunte Platte von Rich Costey.