Polizei rüstet für G-7-Gipfel: Checkpoints am Zirler Berg
2000 Polizisten werden im Juni den G7-Gipfel in Bayern und das Bilderberg-Treffen in Telfs sichern. Die Auswirkungen auf die Tiroler Bevölkerung sollen gering bleiben.
Von Wolfgang Sablatnig
Innsbruck, Wien – Barack Obama allein würde schon für die höchste Sicherheitsstufe sorgen. Umso mehr gilt das, wenn sich der US-Präsident Anfang Juni im Schlosshotel Elmau – nur 3,6 Kilometer von der österreichischen Staatsgrenze bei Leutasch entfernt – mit den Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrieländer zum G7-Gipfel trifft. Bis zu 2000 österreichische Polizisten werden an diesen Tagen in Tirol Dienst machen. Die G7-Gipfel waren immer wieder Ziel von Demonstrationen und Störversuchen. Und auch wenn diese auf österreichischer Seite unwahrscheinlich scheinen, will die rot-weiß-rote Exekutive vorbereitet sein.
G7-Gipfel & Bilderberg-Konferenz – Großeinsatz der Polizei
G7-Gipfel. Zum Treffen im Schlosshotel Elmau wird die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel US-Präsident Barack Obama, den französischen Staatspräsidenten François Hollande sowie die Premierminister David Cameron (Großbritannien), Matteo Renzi (Italien), Stephen Harper (Kanada) und Shinzo Abe (Japan) empfangen. Russlands Präsident Wladimir Putin war der Achte im Bunde („G8“), wird aber nicht mehr eingeladen.
Bilderberg. Die Treffen von Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien sind geheimnisumwittert. Bekannt werden nur Teilnehmer, Tagungsort und Themen – aber keine Ergebnisse. Diskutiert wird unter dem Siegel der Verschwiegenheit, um offene Gespräche zu ermöglichen. Benannt sind die Treffen nach dem ersten Tagungsort im Jahr 1954, dem Hotel De Bilderberg in Oosterbeek in den Niederlanden.
Die Folgen für Bürger und Gäste sollen so gering wie möglich bleiben, verspricht die Exekutive. Dennoch kündigten Landespolizeidirektor Helmut Tomac und sein Mitarbeiter Erich Lettenbichler bereits Checkpoints mit Fahrzeugkontrollen am Zirler und Telfer Berg an. Außerdem will die Polizei in den Bergen des Grenzgebiets patrouillieren. Für Paragleiter und Freizeitflieger wird es Verbotszonen geben. Die Vorsicht hat einen guten Grund: Das Schlosshotel ist von Österreich aus einsehbar und ist Ziel vieler Wanderwege.
Die Polizei bereitet sich bereits seit fast einem Jahr in Absprache mit den deutschen Kollegen auf den Großeinsatz vor. Verschärft wird die Situation durch ein zweites internationales Treffen praktisch gleich im Anschluss, auf der österreichischen Seite im Interalpen-Hotel in Telfs: die Bilderberg-Konferenz.
Die größere Herausforderung für die Exekutive ist das G7-Treffen, das noch dazu mit einem verkehrsreichen Wochenende zusammenfällt: In Bayern sind Pfingstferien. Dazu kommen Kurzurlauber wegen des Fronleichnam-Wochenendes.
Tomac und Lettenbichler appellieren daher schon jetzt, an den Tagen des G7-Treffens die Verbindung über Garmisch zu meiden und stattdessen mit dem Auto großräumig über den Fernpass oder Kufstein auszuweichen. Sie erwarten, dass Deutschland an den Grenzen die Kontrollen wieder einführen. Außerdem halten sie es für möglich, dass es zu Straßensperren kommt und die Mittenwaldbahn zumindest vorübergehend gesperrt wird.
Die Kosten für den Einsatz trägt der Staat. Ein Kostenersatz sei nur bei Veranstaltungen vorgesehen, die auf Gewinn ausgerichtet sind, heißt es im Innenministerium.
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