Homosexualität - Rechtskomitee Lambda „überglücklich“

Wien (APA) - Helmut Graupner vom Rechtskomitee Lambda hat sich am Mittwoch „überglücklich“ über die Aufhebung des Adoptionsverbots für homos...

Wien (APA) - Helmut Graupner vom Rechtskomitee Lambda hat sich am Mittwoch „überglücklich“ über die Aufhebung des Adoptionsverbots für homosexuelle Paare durch den Verfassungsgerichtshof gezeigt. Gegenüber der APA sprach der Anwalt der beiden Frauen, auf deren Fall die Entscheidung basiert, von einem „vollen Erfolg“ und forderte die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare.

„Das ist ein voller Erfolg, ich bin überglücklich“, so Graupner. Gleichzeitig sei es aber „traurig“, dass die Politik nur aufgrund des Drucks der Gerichte agiert: „Die Politik hat es nicht zusammengebracht. Die Gerichte bringen sehr viel zustande.“

Er sah sich nun auch in der Forderung nach einer Aufhebung des Eheverbots für Homosexuelle bestärkt: „Umso mehr fordern wir jetzt auch, dass die Politik zeigt, dass sie handlungsfähig ist. Sie soll gestalten und Menschenrechte nicht nur auf Anordnung der Gerichte verwirklichen.“ Dies wäre auch im Interesse der Kinder in Regenbogenfamilien, betonte er.

Laut Graupner ist Österreich das einzige Land Europas, in dem es zwar die vollen Adoptionsrechte für homosexuelle Paare gibt, ihnen die Ehe aber verwehrt wird: „Alle Staaten, die diese vollen Adoptionsrechte für gleichgeschlechtliche Paare haben, haben auch die Eheschließungsmöglichkeit.“ Der Anwalt erneuerte daher seine Forderung nach einer Öffnung der Ehe und pochte darauf, dass die Abstimmung darüber im Parlament freigegeben wird.

Graupner verwies auch darauf, dass sich die Eingetragene Partnerschaft nach wie vor in 40 Punkten von der Ehe unterscheidet. Nun gehe es auch gar nicht mehr darum, dass die Verpartnerung wie angekündigt am Standesamt stattfinden kann, drängte er auf die völlige Gleichstellung.

Erfreut über die VfGH-Entscheidung zeigte sich auch die in Wien für Antidiskriminierung zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ). Sie forderte nun Bewegung bei der ÖVP und die völlige rechtliche Gleichstellung: „Jetzt muss die Ehe geöffnet werden.“