Österreichs Renditen auf 10-Jahresanleihen auf neuem Rekordtief
Auch in anderen Euroländern sinken die Werte. Die Auswirkungen des EuGH-Gutachtens zu den EZB-Anleihenkäufen ist allerdings noch nicht abschätzbar.
Straßburg/Brüssel - Österreichs Renditen auf 10-Jahresanleihen haben am Mittwoch ein neues Rekordtief erreicht. Mit 0,568 Prozent waren sie so billig wie noch nie. Auch in anderen Euroländern wurden sinkende Werte verzeichnet. In Griechenland hat sich nach den jüngsten Unsicherheiten wegen der bevorstehenden Neuwahlen die Lage entspannt.
Wieweit das EuGH-Gutachten über die Rechtmäßigkeit des Aufkaufs von Staatsanleihen durch die EZB Auswirkungen haben wird, ließ sich am Mittwochvormittag im Sekundärmarkthandel noch nicht abschätzen. Allerdings gab es billigere Werte für sämtliche Staaten der Währungsunion, ausgenommen Portugal, das einen leichten Anstieg gegenüber dem Montag hinnehmen musste. Das neue und damit 19. Mitgliedsland der Eurozone, Lettland, konnte sich gleich auf 1,497 Prozent verbessern und lag damit so günstig wie noch nie. Aber auch Belgien und Frankreich punkteten mit Rekordtiefs.
Marktführer in der Eurozone ist weiterhin Deutschland, das nur mehr 0,457 Prozent an Renditen berappen muss. Dahinter kommen Finnland (0,512 Prozent), die Niederlande (0,543 Prozent) und Österreich (0,568 Prozent). Dann folgen Belgien (0,677 Prozent) und Frankreich (0,713 Prozent), Irland (1,352 Prozent), Lettland (1,497 Prozent), Litauen (1,599 Prozent), Spanien (1,621 Prozent). Italien folgt mit 1,763 Prozent, Slowenien kommt auf 1,981 Prozent, Portugal auf 2,66 Prozent und Schlusslicht Griechenland auf 9,105 Prozent. Keine Daten aus der Eurozone lagen aus Luxemburg, Malta, Zypern, Estland und der Slowakei vor.
Außerhalb der EU musste Russland einen neuerlichen Anstieg hinnehmen. Mit 16,2 Prozent wurde der zweithöchste Wert überhaupt erreicht. Damit ist die Refinanzierung für Moskau kaum mehr möglich - als theoretischer Höchstwert dafür gelten sieben Prozent. (APA)
Kommentare