150-mal verliebt, verlobt, verheiratet
Die Männer des Standesamtsverbandes Reutte wurden im Jahr 2014 nur 73,9 Jahre alt, Frauen hingegen 82,2.
Von Helmut Mittermayr
Reutte –Im Außerfern zeigte das starke Geschlecht im Jahr 2014 gewisse Schwächen, was die Lebensdauer betrifft. Männer wurden laut Sterbetafel österreichweit fast 79 Jahre alt, im Bereich des Standesamtsverbandes Reutte hingegen nur 73,9. Die Frauen reihten sich hingegen in den Landesschnitt ein. 82,2 Jahre betrug ihr durchschnittliches Sterbealter in den zehn Standesamtsgemeinden zwischen Heiterwang und Musau. Die Monate Februar, Juli und Oktober waren statistisch gesehen besonders gefährlich – sie wiesen die höchste Mortalitätsrate auf (je 20), Jänner und August (je 12) die geringste. Immerhin 40 Prozent der Verblichenen waren selbst verwitwet. Insgesamt verschieden 197 Personen, davon 106 im Bezirkskrankenhaus Reutte. 41 verließen zu Hause die Lebensgeister, 36 verstarben im Bezirkspflegeheim, neun schieden im Senioren- zentrum Reutte dahin.
Ein weitaus erfreulicherer Aspekt der von der Marktgemeinde Reutte bekannt gegebenen statistischen Daten: 150 emotional Aufgewühlte aspirierten das Jawort vor den Standesbeamten. Von den 75 Ehepaaren führten 92 Prozent den Nachnamen des Mannes weiter, kein einziges Ehepaar übernahm jenen der Frau. Fünfmal hat die Frau ihren bisherigen Namen dem gemeinsamen nachgestellt, sechsmal wurde der bisherige beibehalten.
Von den 150 Verlobten wagten 28 einen zweiten Anlauf ins Eheglück. Zwei Festentschlossene schlossen sogar ein drittes Mal den „Bund fürs Leben“. Die älteste Frau war am Hochzeitstag 64 Jahre alt, die jüngste immer noch ein Teenager mit gerade einmal 18. Der älteste Mann wollte es mit 61 Jahren genau wissen, der jüngste im zarten Alter von 20.
Beim größten Altersunterschied wären viele Wetten verloren, wenn auf das vermeintlich Naheliegende getippt würde. Eine Frau war nämlich 18 Jahre älter als ihr Angetrauter. 66 Prozent der neuen Zweierallianzen waren römisch-katholisch, 15 % ohne Bekenntnis. 13 % verfügten über die islamische Konfession, vier über die evangelische. Auch Serbisch-Orthodoxe und Griechisch-Orthodoxe tauschten die Ringe. Jede fünfte Ehe wurde auf der Ehrenberger Klause geschlossen.
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