Römische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 20 radikale Islamisten

Rom (APA) - Rund 20 radikale Islamisten sind ins Visier der römischen Staatsanwaltschaft geraten. Den Verdächtigen, die zum Teil in Italien ...

Rom (APA) - Rund 20 radikale Islamisten sind ins Visier der römischen Staatsanwaltschaft geraten. Den Verdächtigen, die zum Teil in Italien und zum Teil in zwei europäischen Ländern mit hohen islamischen Bevölkerungsanteil leben, werden Verbindungen zum Jihadismus vorgeworfen, berichteten italienische Medien am Mittwoch.

Die Untersuchung wird gemeinsam mit der Polizei aus anderen europäischen Ländern geführt. Auch in Mailand wurden Ermittlungen gegen drei Fundamentalisten aufgenommen. Dabei handelt es sich um Bürger, die zum Islam übergetreten und nach Syrien gezogen sind. Der für die Geheimdienste zuständige Staatssekretär, Marco Minniti, rief die Italiener auf, Verdachtssituationen zu melden. Dies könne für die Vorbeugung von Attentaten und für die öffentliche Sicherheit von großem Nutzen sein.

Unterdessen werden die Sicherheitsvorkehrungen in Rom verschärft. 1.250 Soldaten sollen zur Verstärkung der Sicherheit eingesetzt werden, kündigte Verteidigungsministerin Roberta Pinotti an. Sie sollen für die Überwachung von sensiblen Einrichtungen wie Flughäfen, Bahnhöfe, Botschaften und Monumente eingesetzt werden. Geplant ist außerdem eine Anti-Terror-Behörde nach dem Modell der Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft, die sich mit der Gefahr des fundamentalistischen Terrorismus befassen soll.

Der Präsident der Lombardei, Roberto Maroni, hat indes die Regierung in Rom aufgerufen, während der Dauer der Weltexpo in Mailand von Mai bis Oktober den Schengen-Vertrag über den freien Personenverkehr einzuschränken. Als Vorbeugungsmaßnahme sollten in diesem Zeitraum wieder Kontrollen an den Grenzen Italines eingeführt werden, forderte der Ex-Innenminister. Dies sei zur Sicherheit der rund 20 Millionen Personen notwendig, die voraussichtlich die Weltexpo besuchen werden. „Vorbeugung ist dringend notwendig“, sagte Maroni.