Vienna Autoshow - Neuzulassungen von Privat-Pkw sanken um 12 Prozent
Wien (APA) - Die Pkw-Neuzulassungen sind heuer zum dritten Mal in Folge zurückgegangen, ohne die Tageszulassungen durch die Autohändler zur ...
Wien (APA) - Die Pkw-Neuzulassungen sind heuer zum dritten Mal in Folge zurückgegangen, ohne die Tageszulassungen durch die Autohändler zur Schönung der Verkaufsstatistik hat es im Vorjahr einen Rückgang von 5,5 Prozent gegeben. Laut Peter Laimer von der Statistik Austria entfällt nur mehr rund ein Drittel der Auto-Neuzulassungen auf Privatpersonen. Hier gingen die Neuzulassungen um 12 Prozent zurück.
Nach wie vor führen Elektrofahrzeuge ein Nischendasein, 2014 gab es lediglich 1.281 Neuzulassungen - womit Österreich vom Regierungsziel von 200.000 E-Autos bis zum Jahr 2020 weiterhin meilenweit entfernt ist.
Entsprechend den rückläufigen Zulassungszahlen - im Gegensatz zum EU-Trend - war heute am Tag vor der Eröffnung der mittlerweile 9. Vienna Autoshow das Klagen der Branche über die Rahmenbedingungen groß. Dem Auto blase in der Öffentlichkeit ein rauer Wind entgegen, so Felix Clary, Sprecher der Autoimporteure. Dabei seien moderne Autos mit der Abgasnorm Euro 6 nahezu emissionsfrei.
Sowohl Clary als auch Burkhard Ernst, Sprecher des Fahrzeughandels, appellierten an Verkehrsminister Alois Stöger (SPÖ) die Autofahrer nicht länger zu belasten. Sie würden jetzt schon mehr ins Budget einzahlen als der Bund für Verkehr ausgibt.
Ernst betonte, dass es niemanden vorgeschrieben werden dürfe, welches Verkehrsmittel er benütze. „Ein Arbeitsplatz beim Wohnort ist realitätsfern“, so Ernst. 50 Prozent der Erwerbstätigen hätten ihren Arbeitsplatz nicht im Heimatort. „Darüber kann man nicht einfach politisch hinwegblicken“, betonte Ernst. Er erwartet, dass heuer die magische Marke von 300.000 Neuzulassungen unterschritten wird und fordert eine „Ökoprämie“, also eine staatliche Förderung für die Verschrottung älterer Fahrzeuge. Das sei „für die Republik Österreich ein gewaltiges Geschäft“.
Stöger spielte den Ball umgehend an Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) weiter. Entscheidend sei, dass die Menschen entlastet werden - insbesondere jene mit geringem Einkommen. Dies würde sich direkt auf den Konsum auswirken, wovon auch die Autobranche profitiere. Es sei jedenfalls nicht so, dass das Auto verteufelt werde. Zu den Ängsten vor neuen Steuern meinte er: „Sie wissen anscheinend mehr als ich.“
Wie die Autofahrer künftig zumindest von neuen Technologien profitieren sollen, präsentierte heute die Telekom Austria gemeinsam mit VW. Ganz im Sinne des neuen Megatrends „vernetztes Auto“ stellte Volkswagen seine digitale Lösung „dibox“ vor. Diese kann in allen VW, die nicht älter als acht Jahre sind, eingebaut werden und informiert umfangreich über den Zustand des Wagens, bis hin, ob die Türen verschlossen sind - oder wie oft der Fahrer heute geblinkt hat. Außerdem ist ein Fahrtenbuch integriert. Die „dibox“ wird ab April ausgeliefert und kostet als Anfangsangebot 299 Euro inklusive Einbau und Abokosten.
Bei der Vienna Autoshow in den Hallen der Wiener Messe werden 400 Fahrzeugmodelle von 37 Markenherstellern gezeigt. Es werden mehr als 140.000 Besucher erwartet. Rund 11 Prozent der heimischen Wirtschaftskraft entfallen auf den Automobilsektor, 450.000 Personen sind in diesem Bereich tätig.