Lage im Konfliktgebiet Ostukraine verschärft sich
Kiew/Moskau (APA/dpa/Reuters) - Nach dem Scheitern neuer Friedensgespräche im Ostukraine-Konflikt hat sich die Lage in der Krisenregion Donb...
Kiew/Moskau (APA/dpa/Reuters) - Nach dem Scheitern neuer Friedensgespräche im Ostukraine-Konflikt hat sich die Lage in der Krisenregion Donbass verschärft. Die ukrainischen Regierungstruppen und die prorussischen Separatisten warfen sich am Mittwoch gegenseitig vor, Dutzende Male die Waffenruhe gebrochen zu haben.
Die Aufständischen teilten mit, es seien erneut mindestens fünf Zivilisten getötet worden. Das ukrainische Militär warf den Separatisten vor, bei Kämpfen schwere Artillerie einzusetzen.
Zuvor hatten die Außenminister der Ukraine, Deutschlands und Frankreichs sowie Russlands erneut ohne greifbaren Erfolg versucht, eine Lösung für einen Frieden auszuloten. Bei einem Anschlag auf einen Bus waren am Dienstag nahe Donezk elf Menschen getötet worden. Die Konfliktparteien machten sich gegenseitig für das Verbrechen verantwortlich.
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko verurteilte die Bluttat und kündigte an, noch am Mittwoch den Befehl für eine neue Teilmobilmachung zu unterschreiben. Das russische Außenministerium gab der ukrainischen Führung die Schuld an dem Anschlag. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beklagte angesichts der Vielzahl neuer Opfer eine „bedeutende“ Verschlechterung der Lage im Donbass.
Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew pocht unterdessen auf eine Rückzahlung ukrainischer Schulden. Russland wolle nicht, dass es zu einem Staatsbankrott der Ukraine komme, sagte Medwedew am Mittwoch in Moskau. Die Regierung in Kiew sollte aber ihre Schulden begleichen. Die Ukraine kämpft mit schweren Finanzproblemen, steht nach Aussagen der Finanzministerin des Landes, Natalia Jaresko, aber nicht vor einer Pleite.
Der Ukraine-Konflikt lastet auch auf der russischen Wirtschaft, die von Sanktionen westlicher Staaten getroffen wird. Zudem leidet sie unter dem massiven Ölpreis-Rückgang.
Medwedew sagte, die russische Zentralbank habe alle Instrumente in der Hand, um die Stabilität der Landeswährung Rubel sicherzustellen. Dabei werde sie die Devisenreserven nicht „auffressen“; Kapitalverkehrskontrollen schloss Medwedew aus. Auch werde sich Russland nicht vor der Welt abschotten, sagte der Ministerpräsident. Ein Rückfall in die Vergangenheit wäre ein „monströser Fehler“, sagte Medwedew.
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