65. Berlinale: Neuester Film von Jafar Panahi im Wettbewerb

Berlin/Wien (APA/dpa) - Zwei Jahre, nachdem ihm in seiner Abwesenheit der Silberne Bär verliehen wurde, ist der regimekritische iranische Fi...

Berlin/Wien (APA/dpa) - Zwei Jahre, nachdem ihm in seiner Abwesenheit der Silberne Bär verliehen wurde, ist der regimekritische iranische Filmemacher Jafar Panahi erneut im Wettbewerb der Berlinale vertreten. „Taxi“ ist einer von acht weiteren Wettbewerbsfilmen, die die 65. Internationalen Filmfestspiele Berlin am Mittwoch bekannt gaben. Das Festival zeigt vom 5. bis 15. Februar mehr als 400 Filme aus aller Welt.

Panahi war wegen seiner Kritik an der iranischen Regierung im Dezember 2010 zu sechs Jahren Haft und einem 20-jährigen Berufs- und Ausreiseverbot verurteilt worden. Trotz Berufsverbots drehte er heimlich den Film „Geschlossener Vorhang“, der 2013 bei der Berlinale den Silbernen Bären für das beste Drehbuch erhielt. Den Preis nahm damals Panahis Co-Regisseur entgegen. Die Berlinale erklärte am Mittwoch, das Festival würde sich sehr freuen, wenn Panahi dieses Mal persönlich zu den Filmfestspielen kommen könnte.

Weiters unter den nun verkündeten Wettbewerbsbeiträgen ist Werner Herzogs „Queen of the Desert“. Nicole Kidman spielt darin die britische Forschungsreisende Gertrude Bell (1868-1926). Neben Kidman standen für die Filmbiografie auch „Twilight“-Star Robert Pattinson und James Franco („The Interview“) vor der Kamera. Ebenfalls aus Deutschland kommt „Victoria“ von Sebastian Schipper („Ein Freund von mir“). Der Thriller erzählt von einer jungen Frau, die in einem Berliner Club drei Jungs kennenlernt, die gerade ein krummes Ding drehen.

Frankreich schickt Benoit Jacquots Historiendrama „Journal d‘une femme de chambre“ (Tagebuch eines Zimmermädchen) mit Neo-Bond-Girl Lea Seydoux („Blau ist eine warme Farbe“) ins Rennen um den Goldenen Bären. Ian McKellen, der Zauberer Gandalf aus den „Hobbit“- und „Herr der Ringe“-Filmen, ist als pensionierter Detektiv Sherlock Holmes in dem im Wettbewerb außer Konkurrenz gezeigten Film „Mr. Holmes“ von US-Regisseur Bill Condon („Inside Wikileaks - Die fünfte Gewalt“) zu sehen.

Chancen auf eine Berlinale-Trophäe hat auch der polnische Wettbewerbsfilm „Body“ von Malgorzata Szumowska. Der vietnamesische Regisseur Di Phan Dang („Hab keine Angst, Bi!“) geht mit „Cha va con va“ (Unsere sonnigen Tage) an den Start. Aus China kommt die Actionkomödie „Yi bu zhi yao“ (Gone with the Bullets) von Wen Jiang („Let the Bullets Fly - Tödliche Kugeln“). In der kommenden Woche will die Berlinale die noch ausstehenden Wettbewerbsfilme bekanntgeben. Rund 20 Filme konkurrieren jedes Jahr um den Goldenen und die Silbernen Bären.

(S E R V I C E - www.berlinale.de)