Raumstation ISS - Immer wieder Zwischenfälle im All
Moskau/Washington (APA) - Immer wieder gibt es auf der bemannten Internationalen Raumstation ISS, dem größten künstlichen Objekt im Erdorbit...
Moskau/Washington (APA) - Immer wieder gibt es auf der bemannten Internationalen Raumstation ISS, dem größten künstlichen Objekt im Erdorbit, mehr oder minder brisante Zwischenfälle. Bisher wurden alle Gefahrenlagen von den Langzeitbesatzungen der seit November 2000 durchgehend von Raumfahrern bewohnten „Außenstelle im All“ unter Kontrolle gebracht. Im Folgenden eine Auswahl von Vorkommnissen:
Juli 2014: Der Helm des italienischen Astronauten Luca Parmitano füllt sich bei einem Außeneinsatz mit Wasser. Als er deswegen von seinem Weltraumspaziergang zurückgeholt wird, befinden sich bereits eineinhalb Liter im Helm - er hätte ersticken können. Die US-Weltraumbehörde NASA räumt später ein, das Problem sei schon zuvor einmal aufgetreten, nicht richtig erkannt worden und diese Fehleinschätzung habe das Leben des Raumfahrers in Gefahr gebracht.
Mai 2013: In einem stundenlangen Außeneinsatz dichten zwei US-Astronauten ein Leck im Kühlsystem der ISS ab. Aus der Raumstation war Ammoniak ins All entwichen.
April 2013: Ein winziger Splitter im Weltall durchschlägt ein Sonnensegel der ISS.
Dezember 2010: Weltraumschrott bedroht - wie schon öfter - die Internationale Raumstation. In diesem Fall passiert ein seit zwölf Jahren um die Erde kreisendes Stück einer US-Rakete die ISS in gefährlicher Nähe.
September 2010: Erstmals in der Geschichte der Internationalen Raumstation wird die Rückkehr von Besatzungsmitgliedern zur Erde verschoben. Technische Probleme bei der Abkopplung der russischen Sojus-Kapsel von der ISS verhindern den geplanten Start.
Juli/August 2010: Der Ausfall eines der beiden Kühlsysteme an Bord ist nach Ansicht der NASA eine der gravierendsten Pannen in der bisherigen Geschichte des Weltraumlabors. Drei amerikanische und drei russische Raumfahrer führen bei drei Außeneinsätzen über mehrere Wochen aufwendige Reparaturen durch, ehe die Anlage wieder einwandfrei funktioniert. Wegen der Panne mussten ein Teil der Geräte abgeschaltet und Forschungsarbeiten vorübergehend eingestellt werden.
Juni 2007: Nach einem tagelangen Ausfall der Bordcomputer im russischen Teil der Station räumt die Raumfahrtbehörde Roskosmos einen mangelnden Schutz ihrer Technik ein. Die Rechner seien „leider nicht ausreichend vor elektrostatischen Entladungen geschützt“ gewesen.
September 2006: Nach plötzlich auftretenden Dampfschwaden müssen die drei ISS-Bewohner Schutzmasken anlegen. Wie sich herausstellt, ist eine allerdings nur wenig giftige Chemikalie aus einem defekten Sauerstoff-Generator ausgetreten.
Jänner 2004: Nach zwei Wochen eines schleichenden Druckverlusts entdeckt die ISS-Besatzung das Leck: An einem Fenster des amerikanischen Moduls Destiny ist ein Schlauch zur Ableitung von Kondenswasser undicht.
Mai 2002: Der Sauerstoff-Generator für die Bereitstellung von Atemluft gibt nach tagelangen Problemen seinen Geist auf. Die Besatzung kann das Gerät schließlich reparieren.
Februar 2002: Durch eine Computerpanne im russischen Teil gerät die ISS ins Trudeln. Sechs Stunden lang kann die Station nicht korrekt gesteuert werden, was zu Problemen bei der Stromversorgung führte, da die Solarzellen nicht auf die Sonne ausgerichtet sind.
April 2001: Die NASA forscht nach den Ursachen eines mysteriösen Computerproblems an Bord der ISS: Geplante Arbeiten der Crew und der Astronauten des angedockten Shuttle Endeavour müssen verschoben werden, als alle drei Zentralcomputer ausfallen.