„Charlie Hebdo“ - Linkspolitiker kritisiert Staatschefs in Paris
Paris (APA/AFP) - Der bekannte französische Linkspolitiker Jean-Luc Melenchon hat sich über die mehr als 40 Staats- und Regierungschefs moki...
Paris (APA/AFP) - Der bekannte französische Linkspolitiker Jean-Luc Melenchon hat sich über die mehr als 40 Staats- und Regierungschefs mokiert, die am Sonntag in Paris abgeschirmt von den anderen Teilnehmern beim Gedenkmarsch für die Anschlagsopfer mitgegangen waren. „Die 44 Staatschefs, die geschützt von einer Armee 150 Meter laufen - lächerlich“, sagte Melenchon am Mittwoch dem Sender RTL.
„Vor allem: Was für ein Bild!“, sagte der Präsidentschaftskandidat des Jahres 2012. „Auf der einen Seite das Volk, das sagt: ‚Ich habe keine Angst‘ (...) und auf der anderen Seite 44 Personen, die von einer Armee umgeben sind und es nicht einmal schaffen, 150 Meter ohne Angst zu laufen.“
Zum Trauermarsch im Gedenken an die 17 Opfer der islamistischen Anschlagsserie in Frankreich waren am Sonntag zahlreiche Staats- und Regierungschefs nach Paris gereist, unter ihnen die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der britische Premierminister David Cameron. Unter den Teilnehmern waren auch der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu und der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas, die zu den am meisten gefährdeten Politikern der Welt gehören. Österreich war durch Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ), Außenminister Sebastian Kurz und Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (beide ÖVP) vertreten.
Die Staats- und Regierungschef gingen am Sonntagnachmittag umgeben von einem massiven Sicherheitsaufgebot einen kleinen Teil der Demonstrationsstrecke auf dem Boulevard Voltaire - aus Sicherheitsgründen mit großem Abstand vor den anderen Demonstranten und kurz hinter den Angehörigen der Anschlagsopfer, die den Gedenkmarsch anführten. Zu ihnen ging später noch Frankreichs Staatschef Francois Hollande.
Im Internet kochte später eine Debatte hoch, warum die Staats- und Regierungschefs isoliert von den anderen Demonstranten gingen, wie zahlreiche Fotos zeigen. Allerdings war die Teilnahme der Politiker an dem Gedenkmarsch nur wenige Tage nach der Anschlagsserie für die Sicherheitsdienste eine Mammut-Aufgabe: In Paris werden weitere Anschläge befürchtet, es herrscht nach wie vor die höchste Terrorwarnstufe.
Zudem gingen am Sonntag in Paris rund 1,5 Millionen Menschen auf die Straße, eine nur schwer kontrollierbare Menschenmenge. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz und hatte unter anderem entlang der Demonstrationsstrecke zwischen dem Platz der Republik und dem Platz der Nation Scharfschützen auf den Dächern postiert.
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