Gesundheit

Mit „Candis“ gegen Cannabis-Probleme

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In Tirol startet ein österreichweit neues Konzept der Therapie für junge Cannabis-Konsumenten.

Von Liane Pircher

Innsbruck –Hermann Larcher ist seit 30 Jahren im Geschäft. Er arbeitet als Drogenberater, kennt viele Trends und Entwicklungen, die Jugendliche – je nach Mode und Strömung – in Tirol mitmachen. Dass Junge kiffen, ist für Larcher nicht neu. Das gab’s schon immer. Das weiß auch jeder. Was ihn vielmehr beschäftigt, ist, dass im Zuge der Debatten rund um „Cannabis legalisieren, ja oder nein?“ völlig untergeht, dass ein problematischer Cannabis-Konsum vor allem für ganz junge Heran­wachsende in ihrer Entwicklung fatale Folgen haben kann.

Fakt und wissenschaftlich belegt ist, dass zwar eine große Anzahl Jugendlicher nur vorübergehend kifft (ohne auf Dauer abhängig zu werden) und wieder aussteigt, aber rund sechs Prozent irgendwann abhängig sind und unter vielfältigen psychischen Problemen leiden. Gerade Jugendliche ab 14 Jahren aufwärts würden dies oft verharmlosen: „Viele denken, dass Kiffen eh praktisch legal ist und auch gar nicht gefährlich“, sagt Larcher. Um hier mehr und rechtzeitig ein Bewusstsein für einen problematischen Konsum zu schaffen, wird in Tirol erstmals ein neue­s, niederschwelliges Programm namens Candis umgesetzt. Von Deutschland übernommen, geht es hier darum, in wenigen Sitzungen mit einer Art Kurzzeittherapie, die u. a. auf Motivationsförderung und Problemlösungstraining setzt, ein anderes Verhalten zu erlangen.

Cannabis – Zahlen und Fakten

Cannabis ist die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Europa. Ihr Gebrauch hat in den letzten 15 Jahre zugenommen. Jeder vierte Erwachsene bzw. jeder siebte Jugendliche hat damit Erfahrungen.

Wissenschaftlich nachgewiesen ist ein starker Anstieg des Behandlungsbedarfs aufgrund von Cannabis-Störungen (Missbrauch und Abhängigkeit).

Kontrollverlust. Wer öfters Versuche unternommen hat, den Konsum einzuschränken oder zu beenden, weiß um sein Abhängigkeitsproblem. Infos zur Candis-Therapie: www.drogenarbeitz6.at