Uneinheitliche Hemmung im Gehirn schafft einheitliche Schwingungen

Wien (APA) - Wenn Milliarden Gehirnzellen gleichzeitig funken, kann nie ein klarer Gedanke entstehen. Deshalb hemmen sogenannte Korbzellen a...

Wien (APA) - Wenn Milliarden Gehirnzellen gleichzeitig funken, kann nie ein klarer Gedanke entstehen. Deshalb hemmen sogenannte Korbzellen andere Zellen der Denkzentrale, und zwar umso schwächer aber beständiger, je weiter diese entfernt sind, so ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung. Damit synchronisieren sie Hirnschaltkreise, um Informationen zu verarbeiten, berichten sie im Fachmagazin „PNAS“.

Unter der Leitung von Marlene Bartos von der Universität Freiburg (Deutschland) hatten die Forscher die Hemmströme einzelner Gehirnzellen gemessen. Diese entstehen, wenn die Korbzellen den Botenstoff „GABA“ in Synapsen freisetzen, durch die sie mit ihren Zielzellen verbunden sind. „Je weiter entfernt sich eine Zielzelle befindet, desto kleiner und länger sind die Hemmströme“, erklärten sie in einer Aussendung.

In Computersimulationen von Nerven-Netzwerken fanden die Wissenschafter heraus, dass so die Aktivität von vielen Nervenzellen genauer kontrolliert werden kann, als mit einheitlich starken Hemmsignalen. So könnten rhythmische Hirnaktivitäten wie „Gamma Oszillationen“ synchronisiert werden, was eine Voraussetzung für das Verschlüsseln und Speichern von Informationen in neuronalen Netzwerken ist, so die Forscher, zu denen auch Peter Jonas vom Institute of Science and Technology (IST) in Klosterneuburg gehört.

(S E R V I C E - Internet: http://dx.doi.org/10.1073/pnas.1412996112)