Landespolitik

Landeck atmet wieder auf

Landeck holt aut.
© Wenzel

Mit der „Seveso-Lösung“ sehen BM Jörg und Bürgerinitiative wichtige Ziele für die Bezirksstadt erreicht. Donau Chemie investiert 500.000 Euro in das Maßnahmenpaket.

Von Helmut Wenzel

Landeck –Mehr als 250 Gäste der Wirtschaftskammer applaudierten, als LH Günther Platter am Mittwochabend die „Seveso-Lösung“ vorgestellt hat. Am Donnerstag haben es schon die meisten Einheimischen gewusst: Die Stadt bleibt laut Platter von der gefürchteten „Seveso-Zone“ im Umkreis der Donau Chemie verschont. Der Traditionsbetrieb und das Land haben, so der Landeshauptmann, schriftlich festgehalten, dass sich die im Seveso-III-Gesetz vorgeschriebene Schutzzone auf das Betriebsgelände beschränkt. Die drohende Entwertung von Grundstücken und Gebäuden in der räumlich engen Stadt ist vom Tisch, erklärte Platter beim Neujahrsempfang der Kammer – die TT berichtete.

Aufgeatmet hat auch Bürgermeister Wolfgang Jörg: „Ich bin sehr froh über die Lösung, die Platter vorgestellt hat. Die Entwicklungsmöglichkeiten und Planungsziele unserer Stadt bleiben gewahrt.“ Zu danken habe er dem Landeshauptmann, den Arbeitsgruppen des Landes und in Land­eck, der Bürgerinitiative und dem Management der Donau Chemie. „Wir haben gute Chancen, dass es weiterhin ein gutes Miteinander von Donau Chemie und Stadt gibt.“

Von einer fairen und sachlichen Auseinandersetzung spricht die Bürgerinitiative „Zukunft Landeck“. Koordinator Reinhold Greuter sagte: „Der Einsatz aller Beteiligten war nötig, um die Ziele laut unserer Resolution zu erreichen. Es war immer unsere Intention, die Stadtgemeinde und damit die Bevölkerung im Seveso-Szenario zu unterstützen.“ Zufrieden zeigt sich auch Gerhard Müller, Anrainer und Mitstreiter der Bürgerinitiative: „Ich vertraue dem Landeshauptmann, dass alle Maßnahmen umgesetzt werden.“ Sein Dank gelte „den konstruktiven Kräften, die sachlich und engagiert an der nun erzielten Lösung mitgearbeitet haben“, erklärte Landtagsvizepräsident Toni Mattle.

James Schober, Vorstand der Donau Chemie Österreich, hob das gemeinsame Bemühen in der Expertengruppe des Landes hervor. „Das mit dem Land vereinbarte Maßnahmenpaket wird ab sofort in unserem Betrieb umgesetzt. Es sind Investitionen in Höhe von rund 500.000 Euro.“ Wesentliche Teile sollen bis 1. Juni erledigt sein. Öffentliche Mittel stünden dabei nicht zur Verfügung, sagte Schober.

Werksleiter Kurt Pachinger erklärte: „Wir freuen uns mit der Bevölkerung, dass Vermutungen und Verunsicherungen ein Ende haben. Niemand muss sich Sorgen um eine S-III-Abstimmungszone machen.“

Im Wesentlichen würden drei Maßnahmenpakete umgesetzt, erläuterte Experte Christoph Lechner von der Landesarbeitsgruppe: Gefährliches Flüssiggas soll durch Stickstoff ersetzt werden. Für Chlorgas sollen neue, eigene Transportfässer mit dicht verschlossenen Klappen angefertigt werden. Beim Handling von Chlorgas sind doppelte Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen, um Gasaustritt zu vermeiden.

„Man kann auch sagen, die Anzahl der Gürtel und Hosenträger wird verdoppelt“, bemerkte Vorstand Schober.