Kirche

Papst auf den Philippinen: Treffen mit Taifun-Überlebenden geplant

Papst Franziskus bei seiner Ankunft am Flughafen von Manila.
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Der Papst wurde in der Hauptstadt des überwiegend katholischen Landes von tausenden Kindern mit Gesängen und Tänzen empfangen.

Manila/Vatikanstadt - Papst Franziskus ist am Donnerstag auf den Philippinen eingetroffen. Gegen 17.40 Uhr Ortszeit (10.40 Uhr MEZ) landete der Airbus der SriLankan Airlines in der Hauptstadt Manila, wo er von Staatspräsident Benigno Aquino, Kardinal Luis Antonio Tagle und anderen Spitzenvertretern aus Staat und Kirche empfangen wurde. Es sind auch Treffen mit Überlebenden der Taifun-Katastrophe von 2013 geplant.

Es ist die zweite Station der einwöchigen Asienreise des Papstes. Zuvor war er auf Sri Lanka gewesen. Erzbischof Socrates Villegas, der auch der Katholischen Bischofskonferenz der Philippinen vorsitzt, rief alle Gläubigen auf, zahlreich zu den Kundgebungen des Papstes zu kommen. „Jeder Schritt, den er macht, jedes Auto, mit dem er fährt, jeder Moment, den er bei uns ist, ist für uns kostbar.“

Neben Präsident Aquino und der Kirchenführung begrüßten mehrere Tausend Gläubige bei tropischen Temperaturen und volksfesthafter Stimmung den Papst auf Villamor Air Base, einem Luftwaffenstützpunkt im Süden Manilas. Jugendgruppen begleiteten den Gang des Papstes über den roten Teppich mit Tanzdarbietungen zu geistlicher Popmusik.

Jubel brandete auf, als ein Windstoß Franziskus beim Verlassen des Flugzeugs das weiße Scheitelkäppchen vom Kopf fegte. Aquino begrüßte das Kirchenoberhaupt am Fuß der Gangway mit einem angedeuteten Handkuss. Anschließend schritten der Präsident und der Papst eine militärische Ehrenformation ab. Zwei Kinder reichten Franziskus Blumen zur Begrüßung.

Für den Ankunftstag standen keine weiteren Punkte auf dem Tagesprogramm des Papstes. Vom Flughafen aus wollte sich Franziskus sofort in die rund zehn Kilometer entfernte Vatikanbotschaft begeben, wo er während seines Aufenthaltes wohnt. Große Menschenmassen säumten die Wegstrecke, die der Papst im Papamobil und mit starker Polizeibegleitung zurücklegte.

Bei seinem dreieinhalbtägigen Besuch auf den Philippinen wird Franziskus am Samstag die von der Taifun-Katastrophe von 2013 schwer heimgesuchte Region um Tacloban besuchen und mit Überlebenden zusammentreffen. Weitere Höhepunkte sind ein großes Familientreffen sowie eine Messe am Sonntag im Rizal-Park von Manila, zu der mehrere Millionen Menschen erwartet werden.

Am Freitag wird der Papst von Präsident Aquino in dessen Amtssitz offiziell willkommen geheißen. Nach einer persönlichen Unterredung will Franziskus eine Rede vor Diplomaten halten. Anschließend feiert er eine Messe mit Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und Seminaristen in der Kathedrale von Manila. Am Nachmittag ist in der „Mall of Asia Arena“ ein Treffen mit katholischen Familien geplant.

Die Philippinen sind mit einem Katholikenanteil von 82 Prozent in der Bevölkerung das größte katholischen Land Asiens. Die Kirche hat erheblichen Einfluss in der Politik. Im Süden der Hauptinsel Mindanao besteht seit 1989 eine Autonome Region Muslimisches Mindanao. Auch nach der Unterzeichnung eines Friedensabkommens mit der „Islamischen Befreiungsfront der Moros“ kämpfen einzelne islamistische Rebellengruppen dort weiter für einen eigenen Staat.

Die Philippinen sind die zweite und letzte Besuchsetappe der am Montag begonnenen Asienreise des Papstes. In Sri Lanka hatte Franziskus seit Dienstag den neu gewählten Staatspräsidenten Maithripala Sirisena und Vertreter der Religionsgemeinschaften getroffen. Im Zentrum des geistlichen Programms stand eine Heiligsprechung in Colombo und ein Besuch der ehemaligen Bürgerkriegsregion im Norden des Landes.

Verabschiedet hatte sich der Papst von Sri Lanka nach der offiziellen Abschiedszeremonie mit dem Staatspräsidenten und der Kirchenleitung auf dem Flughafen von Colombo am Donnerstagvormittag (Ortszeit) auch mit einer Kurzbotschaft über Twitter von Sri Lanka. „Gott segne und schütze Sri Lanka“, lautete die Nachricht, die nach dem Abflug Richtung Manila verbreitet wurde.

Für Papst Franziskus ist es derzeit die siebente Auslandsreise und der zweite Besuch in Asien. Im vergangenen August hatte er Südkorea besucht. Sein Vorgänger Benedikt XVI. hatte in seinem achtjährigen Pontifikat keine Reise auf den asiatischen Kontinent unternommen, abgesehen von Besuchen im Nahen Osten.

Johannes Paul II. (1978-2005) hatte hingegen die Philippinen - das drittgrößte katholische Land der Welt nach Brasilien und Mexiko - zweimal besucht, 1981 und 1995. (APA/KAP/AFP)