„Charlie Hebdo“ - Ansturm auch in Belgien und in Westschweiz

Paris (APA/dpa/sda) - Die neueste Ausgabe der von einem tödlichen Anschlag getroffenen französischen Satirezeitung „Charlie Hebdo“ hat auch ...

Paris (APA/dpa/sda) - Die neueste Ausgabe der von einem tödlichen Anschlag getroffenen französischen Satirezeitung „Charlie Hebdo“ hat auch am zweiten Tag ihres Erscheinens reißenden Absatz gefunden. Auch in Belgien und der Westschweiz gab es am Donnerstag einen regelrechten Ansturm auf die Verkaufstände.

Die 40.000 Exemplare für Belgien waren am Donnerstag rasch ausverkauft, wie belgische Medien berichteten. Zeitungshändler vertrösteten enttäuschte Kunden, dass nachgedruckt werde. „Wir haben immer noch eine Warteliste mit 150 Namen“, sagte ein Kioskbesitzer im Brüsseler Stadtbezirk Etterbeek der dpa. Vier Zeitungshändler in der Hauptstadt waren mit anonymen Briefen vor dem Verkauf der Ausgabe von „Charlie Hebdo“ gewarnt worden, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete.

Auch die Zeitungsstände in der Westschweiz erlebten am frühen Donnerstagmorgen einen regelrechten Ansturm auf die neue „Charlie Hebdo“-Ausgabe. Am Genfer Bahnhofkiosk dauerte es drei Minuten, bis 77 Exemplare vergriffen waren. Am Freitag werden auch in der Deutschschweiz flächendeckend Kioske beliefert. In Zürich waren bereits am Donnerstag einzelne Hefte verfügbar. Diese waren im Nu verkauft. In Deutschland kommt die französischsprachige Ausgabe von „Charlie Hebdo“ spätestens am Samstag an den Kiosk.

Wann die Zeitschrift in Österreich erhältlich sein wird, ist nicht bekannt, wie Morawa am Donnerstag auf Anfrage der APA mitteilte. Der Pressevertrieb warte täglich auf Informationen, wann „Charlie Hebdo“ nach Österreich geliefert werde, hieß es am Donnerstag. Morawa hatte die französische Zeitschrift bisher nicht im Programm, es gebe aber zahlreiche Anfragen vonseiten der Zeitungshändler.

Auch in Frankreich bildeten sich am Donnerstagmorgen, dem zweiten Tag des Erscheinens der neuen Ausgabe von „Charlie Hebdo“- wie bereits am Vortag lange Schlangen vor den Verkaufsständen. Die Zeitungen waren aber vielerorts wieder schnell ausverkauft, viele Kunden reservierten daher für Freitag ein Exemplar. Charlie Hebdo wird in den kommen Tagen immer wieder nachgeliefert, fünf Millionen Exemplare sollen insgesamt gedruckt werden. Eine solche Auflage hat in der Geschichte Frankreichs noch keine Zeitung erreicht.

Die neue „Charlie Hebdo“-Ausgabe war am Mittwoch in den Handel gekommen, genau eine Woche nach dem Anschlag auf die Redaktionsräume der Satirezeitung mit insgesamt zwölf Toten. Am Mittwoch wurden eine Million Exemplare den Zeitungsverkäufern förmlich aus den Händen gerissen. Auch am Donnerstag wurden eine Million Exemplare angeboten.

Die Einnahmen durch den Verkauf der Zeitungen, Spenden und von der französischen Regierung zugesagte Zahlungen dürften sich auf zehn Millionen Euro summieren. Damit dürfte das finanzielle Überleben der seit Jahren unter Geldproblemen leidenden Zeitung über Jahre gesichert sein.