Verband - Russischer Automarkt wird 2015 um ein Viertel einbrechen
Moskau (APA/Reuters) - Der russische Automarkt gerät immer stärker unter Druck. In diesem Jahr werde der Absatz um 24,2 Prozent sinken, prog...
Moskau (APA/Reuters) - Der russische Automarkt gerät immer stärker unter Druck. In diesem Jahr werde der Absatz um 24,2 Prozent sinken, prognostizierte der Branchenverband AEB am Donnerstag. Schon voriges Jahr seien 10,3 Prozent weniger Neuwagen verkauft worden als 2013.
Die russische Wirtschaft leidet unter dem niedrigen Ölpreis und den Sanktionen, die der Westen im Streit über die Moskauer Ukraine-Politik verhängt hat. Wegen der drohenden Rezession hätten viele Russen auf große Anschaffungen verzichtet, so der AEB. Im Dezember habe der Markt allerdings 2,4 Prozent zugelegt. Grund sei die Rubel-Schwäche gewesen, die Hersteller künftig zu Preiserhöhungen zwinge. Um vorher noch ein Schnäppchen zu machen, hätten die Kunden im Dezember gekauft.
Doch der Ansturm zum Ende des vergangenen Jahres werde einen Umsatzeinbruch in den nächsten Monaten auslösen, sagte AEB-Vertreter Jörg Schreiber. Zudem würden eine hohe Inflation und hohe Zinsen das Geschäft belasten. Einzelne Automodelle könnten vom Markt verschwinden. Details nannte Schreiber nicht.
Die Rubel-Schwäche veranlasste die russische Zentralbank unlängst zur Anhebung des Leitzinses auf 17 Prozent. Einige Experten rechnen zudem 2015 mit einer Teuerungsrate von bis zu 17 Prozent. Der russische Branchenprimus Avtovaz kündigte jüngst an, die Preise für den heimischen Bestseller Lada um neun Prozent zu erhöhen.