Fußball: 30. Afrika-Cup ohne klaren Favoriten
Malabo (APA/Si/Reuters) - Mit dem Duell zwischen Gastgeber Äquatorialguinea und Kongo in Bata fällt am Samstag der Startschuss zum 30. Fußba...
Malabo (APA/Si/Reuters) - Mit dem Duell zwischen Gastgeber Äquatorialguinea und Kongo in Bata fällt am Samstag der Startschuss zum 30. Fußball-Afrika-Cup. Der Kampf um den Titel beim traditionsreichen Kontinental-Bewerb scheint offen wie selten zuvor, auch weil traditionell starke Teams zuletzt unter ihren Möglichkeiten blieben.
Titelverteidiger Nigeria scheiterte so wie Rekordchampion Ägypten schon in der Qualifikation. Die Elfenbeinküste und Kamerun wiederum lieferten im Großen und Ganzen enttäuschende Darbietungen bei der WM in Brasilien ab. Deshalb gelten beide Mannschaften trotz vieler namhafter Europa-Legionäre nicht als Top-Favoriten, zumal auch ihre Alt-Stars Didier Drogba und Samuel Eto‘o nicht mehr im Nationalteam aktiv sind.
Dafür werden diesmal Tunesien gute Chancen eingeräumt. Die aktuelle Equipe soll die Enttäuschungen der vergangenen Jahre vergessen machen. „Wir haben ein Team, das kämpft. Es sind Krieger“, sagt Trainer Georges Leekens über seine Spieler. Der Belgier ist der zehnte tunesische Nationaltrainer, seit Roger Lemerre das Land 2004 zum bisher einzigen Titel geführt hat.
Als weiterer Anwärter auf den Titel gilt Algerien, das derzeit in der Weltrangliste am besten klassierte afrikanische Team (18. Platz). Die Maghrebiner wollen trotz des Trainerwechsels (Christian Gourcuff ersetzte Vahid Halilhodzic) an die guten Leistungen bei der WM anknüpfen. Mit Yacine Brahimi (FC Porto), Sofiane Feghouli (Valencia) und Islam Slimani (Sporting Lissabon) besitzt Algerien ein starkes Offensiv-Trio. Die Nordafrikaner spielen mit Ghana, Südafrika und Senegal in der wohl stärksten Gruppe C.
Die beiden Afrika-Cup-Teilnehmer aus der österreichischen Bundesliga haben mit ihren Teams gerade einmal Außenseiterchancen auf den Titel. Für Admiras Issiaka Ouedraogo geht es in Pool A gegen Äquatorialguinea, Gabun und Kongo, Salzburgs Naby Keita tritt mit Guinea in Gruppe D gegen die Elfenbeinküste, Mali und Kamerun an.
Äquatorialguinea wurde erst Mitte November zum Ausrichter bestimmt, nachdem Marokko aus Angst vor Ebola einen Rückzieher gemacht hatte. Das westafrikanische Land war bereits 2012 Co-Gastgeber des Afrika-Cups, musste damals aber nur zwei Stadien stellen. Diesmal sind es vier. Neben den Arenen in Bata (35.700 Plätze) und der Hauptstadt Malabo (15.250) wird auch in Mongomo (15.000) und Ebebiyin (8.000) gespielt. In der heimischen Meisterschaft kommen in der Regel nicht mehr als einige hundert Zuschauer in die Stadien.