Islamische Staaten wollen Christen im Irak unterstützen
Bagdad (APA) - Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) hat den Christen im Irak vollen Rückhalt zugesichert. Christen seien ein...
Bagdad (APA) - Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) hat den Christen im Irak vollen Rückhalt zugesichert. Christen seien ein wesentlicher Bestandteil des Landes; die islamischen Staaten lehnten jegliche Feindseligkeit gegenüber Christen und ihre Misshandlung ab, erklärte OIC-Generalsekretär Iyad bin Amin Madani am Mittwoch laut Kathpress in Bagdad.
Gesellschaftlicher Pluralismus müsse ein „Kernprinzip“ bleiben, betonte Madani anlässlich einer Begegnung mit dem katholischen Patriarchen Louis Raphael I. Sako. Beim Extremismus handle es sich um ein „allgemeines Phänomen“, das in allen Epochen und überall vorkomme. Zu dessen Bekämpfung sei es notwendig, die wirtschaftlichen und sozialen Ursachen gemeinsam mit dem politischen Kontext zu erforschen.
Patriarch Sako bekundete laut der vom OIC verbreiteten Mitteilung sein Vertrauen auf den islamischen Staatenverband, was Maßnahmen gegen den Extremismus betrifft. Die irakischen Christen betrachteten sich gemeinsam mit den Muslimen als Teil ein und derselben Nation.
Madani traf im Rahmen seines dreitägigen Irakbesuchs auch mit dem UN-Sondergesandten Nicolai Maldinov zusammen. Dabei sei es neben dem Vorgehen gegen Fanatismus und Extremismus auch um humanitäre Zusammenarbeit gegangen. In weiteren Gesprächen mit Spitzenvertretern der Sunniten und Schiiten erörterte Madani der Mitteilung zufolge das Verhältnis der beiden großen muslimischen Religionsgemeinschaften im Irak.
Nach OIC-Angaben standen auch Unterredungen mit dem irakischen Staatspräsidenten Fuad Masoum und Ministerpräsident Haider al-Abadi auf dem Programm. Weiter wollte sich Madani mit Großayatollah Ali al-Sistani und dem Präsidenten der autonomen Kurdenregion Masud Barzani treffen.