Österreichweit erstmalig Müll-Kooperation von Linz und Innsbruck
Linz/Innsbruck (APA) - Der städtische Versorger Linz AG hat - nach eigenen Angaben einmalig in Österreich - ab 2016 eine Müll-Kooperation mi...
Linz/Innsbruck (APA) - Der städtische Versorger Linz AG hat - nach eigenen Angaben einmalig in Österreich - ab 2016 eine Müll-Kooperation mit Innsbruck. Die Abfälle von rund 380.000 Tirolern kommen künftig per Bahn zur Weiterverarbeitung in die oberösterreichische Landeshauptstadt. Das teilte die Linz AG in einer Pressekonferenz am Donnerstag mit.
Aktuell wird der Müll aus Innsbruck und seiner Umgebung jeweils zur Hälfte von der Linz AG und der AVE in Linz und Wels entsorgt - diese ist von ihrer Konzernmutter Energie AG inzwischen zu Energie AG Oberösterreich Umwelt Service GmbH umbenannt worden. Die entsprechenden Verträge laufen mit Ende 2015 aus. Nun wollen Linz und Innsbruck eine „interkommunale Zusammenarbeit“, berichtete Linz AG-Generaldirektor Erich Haider. Die Gründung von derartigen Zweckverbänden sei nach EU-Recht erst seit dem Vorjahr möglich, machte er aufmerksam. Die Alternative wäre eine europaweite Ausschreibung für die Müllentsorgung gewesen.
Die interkommunale Zusammenarbeit von Linz AG und den Innsbrucker Kommunalbetrieben wird mit einem 10-Jahresvertrag besiegelt. Künftig sollen 50.000 bis 75.000 Tonnen Müll pro Jahr aus Tirol per Bahn nach Linz gebracht werden. Dort werden sie aufbereitet und im Reststoffheizkraftwerk der Linz AG in Strom und Fernwärme umgewandelt. Die Asche wird zur Deponierung wieder nach Innsbruck zurückgebracht.
Die Linzer lasten damit künftig ihr Kraftwerk zu 100 Prozent aus. Es ist für maximal 230.000 Tonnen Müll ausgelegt, ab 200.000 Tonnen rechnet es sich. Das Linzer Aufkommen alleine wäre mit 50.000 Tonnen zu gering. Aber der oberösterreichische Landesabfallverband liefert zusätzlich 30.000 Tonnen. Dazu kommen noch Abfälle aus dem Unteren Inntal und aus der Region Zell am See.
Die Ankündigung der interkommunalen Zusammenarbeit erfolgte in einer Pressekonferenz zur Bilanz des neu zusammengesetzten Vorstandes der Linz AG, der seit 100 Tagen im Amt ist. Die üblicherweise im Dezember veröffentlichte wirtschaftliche Bilanz über das per 30. September abgeschlossene Geschäftsjahr wird erst nach der Vorlage im Aufsichtsrat und in der Generalversammlung in der kommenden Woche präsentiert, kündigte Haider an.
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