Papst auf Philippinen - Öko-Enzyklika erscheint im Frühsommer
Manila/Würzburg (APA) - Die Enzyklika von Papst Franziskus zur „Ökologie des Menschen“ wird im Juni oder Juli veröffentlicht. Das sagte der ...
Manila/Würzburg (APA) - Die Enzyklika von Papst Franziskus zur „Ökologie des Menschen“ wird im Juni oder Juli veröffentlicht. Das sagte der Papst am Donnerstag laut Kathpress während seines Fluges von Sri Lanka auf die Philippinen vor mitreisenden Journalisten. Zuvor war in Rom die Rede davon gewesen, dass das Lehrschreiben des Papstes zur Bewahrung der Schöpfung zu einem früheren Zeitpunkt veröffentlicht werden könnte.
Franziskus berichtete in seiner „fliegenden Pressekonferenz“, dass er einen Text abgefasst habe, der bereits in der Glaubenskongregation und im Staatssekretariat gegengelesen worden sei. Im März wolle er sich eine Woche Zeit für die Endfassung nehmen. Ende März werde die Übersetzung in die verschiedenen Sprachen beginnen, sagte Franziskus.
Die Ankündigung auf der „fliegenden Pressekonferenz“ verband der Papst mit einem entschiedenen Appell für den Schutz der Umwelt. Der Mensch könne verzeihen, die Natur jedoch niemals. Er betonte den Zusammenhang zwischen Gottesglaube und Bewahrung der Schöpfung. Alle Religionen stimmten darin überein, dass die Zerstörung der Umwelt verhindert werden müsse.
Ausblicke auf mögliche Inhalte des Papstschreibens gab am Donnerstag Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga in Würzburg. Zwar kenne er noch keinen Entwurf des Schreibens, doch ein erneuter Appell gegen Gleichgültigkeit, wie zuvor bereits in Lampedusa formuliert, sei abzusehen. Denn die angeprangerte Haltung der Indifferenz und des Nichtstuns sei ja auch für das bisherige Reagieren auf die Klimaerwärmung zutreffend, sagte der Koordinator des Kardinalsrates zur Kurienreform: „Es geht darum, die Gefahr des Untergangs der Menschheit zu sehen.“
Er selbst habe etwa im Pazifik Inseln besucht, die durch den steigenden Meeresspiegel verschwinden könnten, so Rodriguez. „Da kann ich nicht indifferent sein.“
Der aus Honduras stammende Kardinal kritisierte zudem, dass der Klimawandel in manchen Kreisen noch immer bezweifelt werde. Auch die Haltung der USA und Chinas, sich nicht entsprechend zu engagieren, seien bedenklich. „So kommen wir nicht voran.“ Das ökologische Problem sei nicht allein eines der Politik, so der Papstberater. Jeder einzelne stehe in der Verantwortung. Letztendlich gehe es um „Gerechtigkeit mit der Schöpfung“.