Academy Awards

19. Oscar-Nominierung für Meryl Streep, alle Favoriten im Rennen

In "Into the Woods" spielt Meryl Streep eine Hexe. Die Rolle brachte ihr die 19. Oscar-Nominierung und die Chance auf ihre vierte Trophäe ein.
© Reuters/Luke MacGregor

Die große Überraschung bei den diesjährigen Oscar-Nominierungen ist wohl die britisch-deutsche Co-Produktion „Grand Budapest Hotel“, die ebenso wie „Birdman“ in neun Kategorien ins Rennen geht. Wim Wenders wurde zum dritten Mal für den begehrten Filmpreis nominiert.

Los Angeles – Acht Filme rittern heuer um den Oscar als bester Film, darunter „American Sniper“, „Selma“, „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ und „Whiplash“. In der Königskategorie ebenso nominiert wie für die beste Regie sind „Birdman“ von Alejandro Inarritu, „Boyhood“ von Richard Linklater, „Grand Budapest Hotel“ von Wes Anderson und „The Imitation Game“ von Morten Tyldum.

Mit insgesamt je neun Nominierungen führen „Grand Budapest Hotel“ und „Birdman“ die Liste an. Der Weltkriegsthriller „The Imitation Game“ von Morten Tyldum liegt mit acht Nennungen unmittelbar dahinter. Mehrfach genannt wurden weiters das über zwölf Jahre gedrehte Familiendrama „Boyhood“ von Richard Linklater und Clint Eastwoods Irakkriegsdrama „American Sniper“ mit jeweils sechs Nominierungen sowie das Stephen-Hawking-Drama „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ von James Marsh, „Whiplash“ von Damien Chazelle, „Foxcatcher“ von Bennett Miller und „Interstellar“ von Christopher Nolan mit je fünf Nennungen.

Beste Hauptdarsteller und Hauptdarstellerinnen

Bei den nominierten Hauptdarstellern dominieren jene, die reale Figuren darstellen: So ist Benedict Cumberbatch als Alan Turing („The Imitation Game“) ebenso im Rennen wie Eddie Redmayne alias Stephen Hawking („Die Entdeckung der Unendlichkeit“) und Steve Carell als mörderischer Millionär und Box-Aficionado John Du Pont („Foxcatcher“). Bei den Damen konkurrieren Felicity Jones („Die Entdeckung der Unendlichkeit“), Julianne Moore („Still Alice“), Rosamund Pike („Gone Girl“), Reese Witherspoon („Wild - Der große Trip“) sowie Marion Cotillard („Zwei Tage, eine Nacht“). Amy Adams, die erst am Sonntag für ihre Rolle der Margaret Keane in „Big Eyes“ mit einem Golden Globe geehrt wurde, ging ebenso leer aus wie ihr Co-Star Christoph Waltz.

Meryl Streep mit Chance auf vierten Oscar

Über ihre bereits 19. Nominierung kann sich indes Meryl Streep freuen, die für ihre Nebenrolle der Hexe in „Into the Woods“ genannt wurde. Dreimal war die 65-Jährige bereits erfolgreich. Ihr gegenüber stehen Patricia Arquette („Boyhood“), Laura Dern („Wild - Der große Trip“), Keira Knightley („The Imitation Game“) und Emma Stone („Birdman“). Bei den Männern haben Robert Duvall („The Judge“), Ethan Hawke („Boyhood“), Edward Norton („Birdman“), Mark Ruffalo („Foxcatcher“) und J.K. Simmons („Whiplash“) Chancen auf eine Trophäe.

Während es „Das finstere Tal“ von Andreas Prochaska nicht auf die Shortlist für den Auslands-Oscar schaffte, können sich nun „Ida“ (Polen), „Leviathan“ (Russland), „Tangerines“ (Estland), „Timbuktu“ (Mauretanien) und „Wild Tales“ (Argentinien) Hoffnungen in der Kategorie „Bester nicht englischsprachiger Film“ machen.

Wim Wenders zum dritten Mal nominiert

Auch der deutsche Regisseur Wim Wenders hat mit seinem Dokumentarfilm „Das Salz der Erde“ Chancen auf eine Trophäe. Es ist seine dritte Nominierung. Der Film über den brasilianischen Fotografen Sebastiao Salgado ist ebenso in der Sparte „Beste Dokumentation“ nominiert wie „Citizenfour“ über Edward Snowden, „Finding Vivian Maier“, „Last Days in Vietnam“ und die Netflix-produzierte Gorilla-Doku „Virunga“.

Überraschend mager war die Ausbeute für Ava DuVernays Bürgerrechtsdrama „Selma“, das lediglich zwei Nennungen erhielt, während im Feld der besten Animationsfilme der Blockbuster „The Lego Movie“ fehlt. Stattdessen sind u.a. „Drachenzähmen leicht gemacht 2“ und „Die Boxtrolls“ nominiert.

Die 87. Academy Awards werden am 22. Februar in Los Angeles vergeben. Als Moderator ist erstmals „How I Met Your Mother“-Star Neil Patrick Harris gebucht. Im vergangenen Jahr wurde das Sklavendrama „12 Years a Slave“ als bester Film ausgezeichnet. (APA)

Die Nominierungen in den wichtigsten Kategorien

Bester Film

American Sniper

Birdman

Boyhood

Selma

The Grand Budapest Hotel

The Imitation Game

The Theory of Everything

Whiplash

Beste Regie

Alejandro G. Inarritu für „Birdman“

Bennett Miller für „Foxcatcher“

Morten Tyldum für „The Imitation Game“ (The Imitation Game - Ein

streng geheimes Leben)

Richard Linklater für „Boyhood“

Wes Anderson für „The Grand Budapest Hotel“

Bester Hauptdarsteller

Bradley Cooper in „American Sniper“

Michael Keaton in „Birdman“

Steve Carell in „Foxcatcher“

Benedict Cumberbatch in „The Imitation Game“

Eddie Redmayne in „The Theory of Everything“

Beste Hauptdarstellerin

Rosamund Pike in „Gone Girl“

Julianne Moore in „Still Alice“

Felicity Jones in „The Theory of Everything“

Marion Cotillard in „Two Days, One Night“

Reese Witherspoon in „Wild“

Bester Nebendarsteller

Edward Norton in „Birdman“

Ethan Hawke in „Boyhood“

Mark Ruffalo in „Foxcatcher“

Robert Duvall in „The Judge“

J.K. Simmons in „Whiplash“

Beste Nebendarstellerin

Patricia Arquette in „Boyhood“

Emma Stone in „Birdman“

Keira Knightley in „The Imitation Game“

Meryl Streep in „Into the Woods“

Laura Dern in „Wild“

Bester nicht-englischsprachiger Film

Argentinien mit „Wild Tales“

Estland mit „Tangerines“

Mauretanien mit „Timbuktu“

Polen mit „Ida“

Russland mit „Leviathan“

Alle Nominierten in den 24 Kategorien finden Sie hier: http://goo.gl/rfgLXu