Deutsche Muslime brauchen Hilfe bei Umgang mit Radikalisierten

Berlin (APA/AFP) - Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat mehr Sozialprojekte gefordert, um radikalisierte junge Muslime aufzufangen....

Berlin (APA/AFP) - Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat mehr Sozialprojekte gefordert, um radikalisierte junge Muslime aufzufangen. Die Imame und ehrenamtlichen Mitarbeiter der muslimischen Gemeinden in Deutschland seien mit dieser Aufgabe oftmals überfordert, sagte die Generalsekretärin des Zentralrates, Nurhan Soykan, am Mittwoch im RBB-Inforadio.

Die Gemeinden dürften daher mit dieser Aufgabe nicht allein gelassen werden. „Wir sind in den Gemeinden noch nicht so professionalisiert, dass wir das Fachpersonal haben, das sich dann gezielt um solche Leute kümmert“, sagte Soykan. „Wir brauchen Sozialarbeiter und Anlaufstellen, wo sich auch besorgte Eltern und Familienmitglieder hinwenden können und wo ihnen dann auch auf professioneller Ebene geholfen werden kann.“

Seit den islamistischen Anschlägen in Paris wird in Deutschland verstärkt über Integration und das Zusammenleben von Muslimen und Nicht-Muslimen diskutiert. In diesem Zusammenhang ging es auch um die Radikalisierung in Deutschland lebender Muslime.

Seit einigen Jahren befassen sich mehrere Organisationen in Deutschland mit dem Thema Deradikalisierung und haben Beratungsstellen aufgebaut oder Präventionsmaßnahmen entwickelt. Dazu zählen etwa die Berliner Beratungsstelle Hayat oder das Dinslakener Antiradikalisierungsprojekt „extrem out - gemeinsam gegen Salafismus“.