Verkehr

Fernpass-Scheiteltunnel mit 7,5-t-Beschränkung vereinbar

Stau am Fernpass – bei Urlauberschichtwechsel ein bald gewohntes Bild. Nun wird der Scheiteltunnel angegangen.

Die Außerferner Bundesrätin Sonja Ledl-Rossmann jubiliert: Lkw-Fahrverbot ist auch bei Tunnelbau nicht zu Fall zu bringen.

Reutte, Imst –Landeshauptmann Günther Platter und LHStv. Josef Geisler hatten es in Auftrag gegeben, jetzt liegt es vor. Und es lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Die Rede ist vom Rechtsgutachten zur Aufrechterhaltung des 7,5-Tonnen-Fahrverbotes am Fernpass. „Ein Fernpass-Scheiteltunnel ist mit der Aufrechterhaltung des Fahrverbotes für Lkw über 7,5 Tonnen vereinbar“, fasst VP-Bezirksparteiobfrau Ledl-Rossmann das Ergebnis des Gutachtens von Univ.-Prof. Thomas Müller zusammen.

„Wir haben immer gesagt, dass für uns dann ein Scheiteltunnel in Frage kommt, wenn die Tonnagebeschränkung aufrechterhalten bleibt. Wir wollen keine weitere Transitroute quer durch Europa, die an unseren Haustüren vorbeiführt“, stellt Ledl-Rossmann auch die einhellige Meinung des VP-Bezirksparteivorstandes klar. Das Rechtsgutachten bescheinige nun schwarz auf weiß, dass diese Gefahr im Falle der Realisierung des Fernpass-Scheiteltunnels nicht gegeben ist.

Überdies wurden seitens des Landes in den letzten Monaten zahlreiche verkehrstechnische Untersuchungen gemacht, die mögliche Auswirkungen des Scheiteltunnels und des Tschirganttunnels auf den Verkehr untersucht haben. „Das Ergebnis ist interessant und überraschend zugleich. An Werktagen gehen die Analysemodelle davon aus, dass – wenn beide Tunnel verwirklicht wären – man mit dem Auto bis zu 13 Minuten schneller von Reutte in Innsbruck und bis zu sechs Minuten schneller von Reutte in Landeck ist. Davon würden tagtäglich rund 2200 Verkehrsteilnehmer im Bezirk Reutte profitieren“, gibt die Außerfernerin die neuesten Verkehrsmodelle bekannt. „An starken Reiseverkehrstagen, vor allem an Samstagen, können aber auch Tschirgant- und Scheiteltunnel Staus und Blockabfertigungen nicht verhindern, wenn nicht zusätzliche Begleitmaßnahmen getroffen werden“, dämpft Ledl-Rossmann zu euphorische Erwartungen, dass die Tunnel alle Probleme aus der Welt schaffen könnten.

Auf den neuen Erkenntnissen solle jetzt schnellstmöglich aufgebaut werden. „In unzähligen Sitzungen hat unser Bezirksparteivorstand immer und immer wieder einhellig eine gesamthafte Verkehrsstrategie für den Fernpass gefordert. Dem muss jetzt Rechnung getragen werden. Für eine nachhaltige und spürbare Verkehrslösung im Sinne der Außerferner Bevölkerung sind Scheitel- und Tschirganttunnel sicherlich wesentliche Bausteine. Es braucht aber auch den öffentlichen Verkehr, eine verbesserte Routeninformation für Navi-Geräte und verkehrsberuhigende Maßnahmen in Ortsgebieten“, fordert Ledl-Rossmann konkrete nächste Schritte ein. „Unter Einbindung des Bezirks Reutte sollen sich nun die Verkehrsexperten im Land damit auseinandersetzen“, erklärt sie.

Landeshauptmann Platter: „Damit ist der Weg frei für die Ausarbeitung einer Fernpassstrategie, die neben dem Fernpassscheiteltunnel auch das Bemühen in Wien um den Tschirganttunnel sowie weitere Begleitmaßnahmen beinhaltet.“ (TT, hm)