Anglikanische Kirchenführer üben scharfe Kritik an Premier Cameron
London (APA/AFP) - Anglikanische Kirchenführer haben scharfe Kritik an der Sozialpolitik der britischen Regierung geäußert. Ganze Städte und...
London (APA/AFP) - Anglikanische Kirchenführer haben scharfe Kritik an der Sozialpolitik der britischen Regierung geäußert. Ganze Städte und Regionen seien in einer „scheinbar unentrinnbaren wirtschaftlichen Abwärtsspirale“ gefangen, die durch Sozialkürzungen weiter verschärft werde, schrieb der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, in einem Beitrag für ein am Donnerstag vorgestelltes Buch.
Während London und sein Umland ständig weiter wüchsen, seien die meisten anderen Städte in einem „scheinbar unaufhaltsamen Niedergang“ begriffen, heißt es in der Essaysammlung „On Rock or Sand?“ (Auf Fels oder Sand?), die auch kritisiert, dass sich unter Premierminister David Cameron die Spaltung der Gesellschaft verschärft habe. Das Buch verurteilt das „Übel“ der Ungleichheit und wirft der Gesellschaft vor, seit den marktliberalen Reformen von Premierministerin Margaret Thatcher „Konsumverhalten und Individualismus“ zu huldigen.
Camerons Sprecher sagte, die Regierung habe das Ziel, den Lebensstandard zu verbessern und die Wirtschaft auszugleichen. Er gab aber zu, dass noch viel zu tun sei.
Der Erzbischof von York, John Sentamu, verteidigte in einem Interview mit dem „Daily Telegraph“ das von ihm herausgegebene Buch. Es sei gezielt mit dem Beginn des Wahlkampfs für die Parlamentswahl abgestimmt worden, ergreife aber nicht Partei. Sentamu rechtfertigte auch, dass in dem Buch der Bericht „Faith in the City“ (Glauben in der Stadt) der Kirche von England aus dem Jahr 1985 erwähnt wird. Die damalige konservativen Regierung hatte den Bericht als „reine marxistische Theologie“ kritisiert.
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