„Jahr des Lichts“ würdigt das Werkzeug Licht 1
Wien (APA) - Licht, die Voraussetzung für Leben, hat nicht nur zentrale Bedeutung für die Kultur des Menschen, sondern wird auch als Werkzeu...
Wien (APA) - Licht, die Voraussetzung für Leben, hat nicht nur zentrale Bedeutung für die Kultur des Menschen, sondern wird auch als Werkzeug immer wichtiger. Um die Relevanz von Licht und darauf beruhender Technologien bewusst zu machen, haben die Vereinten Nationen auf Initiative der UNESCO und vieler Wissenschaftsorganisationen 2015 zum „Jahr des Lichts“ erklärt. Am 19. Jänner wird es in Paris eröffnet.
„Lichttechnologien wird im 21. Jahrhundert jene Bedeutung zukommen wie der Elektronik im vergangenen Jahrhundert“, ist Karl Unterrainer vom Institut für Photonik der Technischen Universität (TU) Wien und Dekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik im Gespräch mit der APA überzeugt. Die Innovationsrate in der Photonik sei genauso hoch wie in den 1960er und 1970er Jahren bei der Einführung der integrierten Elektronik. „Photonik ist sicher momentan das am schnellsten wachsende Gebiet mit technologischer Alltagsrelevanz“, so Unterrainer.
Das „Internationale Jahr des Lichts“ soll laut den Organisatoren „das globale Bewusstsein dafür stärken, wie lichtbasierte Technologien eine nachhaltige Entwicklung fördern und zur Lösung globaler Herausforderungen im Bereich Energie, Bildung, Landwirtschaft und Gesundheit beitragen“. Licht spiele eine wesentliche Rolle im täglichen Leben der Menschen und sei eine unverzichtbare Querschnittsdisziplin in der Wissenschaft des 21. Jahrhunderts, heißt es auf der offiziellen Website http://www.light2015.org/.
Photonik nennt sich die Wissenschaft vom Licht, bei der es darum geht, Lichtwellen bzw. Lichtteilchen - Licht verhält sich ja je nach Fragestellung einmal als Teilchen (Photon), dann wiederum als Welle - zu erzeugen, zu kontrollieren und zu messen. Physikalisch betrachtet ist Licht aber viel mehr als der kleine Ausschnitt an Wellenlängen, den das menschliche Auge wahrnehmen kann: Das Spektrum elektromagnetischer Wellen reicht von kurzwelliger Gammastrahlung bis zur langwelligen Mikrowelle und darüber hinaus - und wird in dieser Breite als Werkzeug genutzt.
Die EU hat Photonik zu einer der Schlüsseltechnologien erklärt. Kein Wunder: Licht bildet das Rückgrat des Internets, es liefert präzise Aufnahmen aus dem Inneren des Körpers, erlaubt die Manipulation einzelner Zellen und lässt nahezu zu den Anfängen des Universums zurückblicken. Neue Lichttechnologien wie LEDs ermöglichen nicht nur energiesparende Beleuchtung und völlig neue Beleuchtungskonzepte, sondern auch unterschiedlichste Displays bis zum Großbildfernseher fürs Wohnzimmer, der übrigens schon lange per Infrarotlicht vom Fauteuil aus zu bedienen ist. Laserlicht lässt in praktisch jedem Haushalt im CD-Player Musik erklingen und bearbeitet in zahllosen Fabrikhallen unterschiedlichste Materialien, immer effizientere Solarzellen nutzen Licht zur umweltfreundlichen Energiegewinnung.
Entsprechend hoch wird der weltweite Markt mit lichtbasierten Technologien eingeschätzt, mit denen 2011 rund 350 Mrd. Euro umgesetzt wurden - ein Betrag, der sich bis 2020 nahezu verdoppeln könnte. Und entsprechend aktiv ist man weltweit in den Forschungslabors - von reiner Grundlagenwissenschaft bis zur Industrieforschung.
Zum „Internationalen Jahr des Lichts“ wird es in Österreich auch einige Publikumsveranstaltungen geben: Im Museum der Universität Graz öffnet am 18. Juni die Sonderausstellung „Licht und Schatten“, begleitet von zahlreiche Abendveranstaltungen und Kinderworkshops. Die Urania veranstaltet im Herbst an der Technischen Universität Graz die Vortragsreihe „Es werde Licht!“.
In Wien ist im Herbst die Schau „Einstein/Wellen/mobil“ zu sehen, eine Wanderausstellung des deutschen Sonderforschungsbereichs „Gravitationswellenastronomie“. Sie passt nicht nur zum „Jahr des Lichts“, sondern auch zum 100. Jahrestag der erstmaligen Präsentation von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie (ART) - und die wurde schließlich auch mit Licht bewiesen. Anfang September findet an der TU Wien die Jahrestagung der Österreichischen Physikalischen Gesellschaft (ÖPG) statt, bei der einige Publikumsvorträge zum Thema Licht geplant sind.
( 0068-15, Format 88x122mm)
~ WEB http://www.unesco.org/new/en/ ~ APA108 2015-01-16/09:40
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