Neue Ackerbau-Weltkarten mit Hilfe der „Crowd“
Wien (APA) - Zwei neue Karten, die weltweit auf den Kilometer genau Ackerflächen und Größen der Felder zeigen, haben Forscher des Internatio...
Wien (APA) - Zwei neue Karten, die weltweit auf den Kilometer genau Ackerflächen und Größen der Felder zeigen, haben Forscher des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien im Fachjournal „Global Change Biology“ veröffentlicht. Damit könne man etwa akkurate Modelle über die zukünftige Landnutzung erstellen und zusammenhängende Netzwerke von Naturschutzgebieten planen.
Für die Ackerflächen-Weltkarte habe man zunächst auf den verfügbaren nationalen und globalen Plänen 30.000 Test-Punkte ausgesucht, und diese per Crowdsourcing auf einer Geo-Wiki Webseite des IIASA von Freiwilligen bewerten lassen. „Wir haben die unterschiedlichen Karten anschließend nach ihrer Richtigkeit und Exaktheit gereiht, und für ein bestimmtes Land entweder die beste Karte alleine verwendet oder andere miteinbezogen, wenn diese ebenfalls eine hohe Genauigkeit aufwiesen“, erklärte Steffen Fritz vom IIASA im Gespräch mit der APA.
Die neue globale Ackerbau-Weltkarte sei derzeit die genaueste ihrer Art, deshalb würde er sie mit seinen Kollegen am IIASA nun etwa für Landnutzungs-Modelle verwenden. Um für die kommenden Jahre präzise Voraussagen treffen zu können, seien akkurate Karten sehr wichtig. „Wenn schon die Eingangsdaten ungenau sind, besteht natürlich die Gefahr, dass Projektionen in die Zukunft falsch sind“, sagte Fritz.
Die frei verfügbare Karte könnte zum Beispiel auch von Landressourcen-Planern in Entwicklungsländern genutzt werden. „Vor allem in recht großen Ländern mit kleinen Ressourcen existierten solche Karten noch gar nicht“, erklärte er. Außerdem würden solche Pläne verwendet, um zu erheben, wie viel Land global noch als Ackerbaufläche genutzt werden kann. Solche globalen Vegetationskarten seien außerdem bei Klimamodellierern gefragt, meint Fritz.
Die zweite neue Weltkarte der IIASA-Wissenschafter wurde ausschließlich aus Informationen der „Crowd“ erstellt und zeigt die weltweiten Feldgrößen. Sie diene etwa dazu, die Überwachung von Ernteausfällen via Satelliten zu optimieren, erklärte er. „Sind die Felder recht groß, genügen schon grobe Satellitenbilder, um etwa zu erkennen, wie sehr eine Dürre den Ertrag beeinträchtigt hat“, sagte er. Dementsprechend bräuchte man bei kleinen Feldern teurere Bilder mit höherer Auflösung.
„Von den Feldgrößen kann man oft auch auf die ökonomische Situation der Bauern rückschließen“, so Fritz. Zum Beispiel in Afrika seien die Besitzer kleinerer Felder eher ärmer als jene von größeren Flächen. Die Karte würde also auch bei sozioökonomische Analysen helfen, sagte der Forscher.
(SERVICE - Internet: http://cropland.geo-wiki.org)
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