Drei vermisste Waldrappen in Italien: Appell von Tierschützern

Rom (APA) - Drei Waldrappen, die im September aus Salzburg in Richtung ihres Winterquartiers in der Lagune von Orbetello in der Toskana wegg...

Rom (APA) - Drei Waldrappen, die im September aus Salzburg in Richtung ihres Winterquartiers in der Lagune von Orbetello in der Toskana weggeflogen sind, sind nicht am Ziel angekommen und werden gesucht. Die österreichischen „Ziehmütter“ der bedrohten Zugvögel hoffen, Informationen über das Schicksal der vermissten Vögel zu erhalten.

20 Waldrappen waren im September aus Salzburg in die Toskana abgeflogen und zwar allein und ohne Hilfe von menschlichen „Ziehmüttern“, die sie mit Leichtflugzeugen führen, wie es bei einer Gruppe von 14 jungen Waldrappen der Fall war, die Mitte September unversehrt die Toskana erreicht haben.

Lediglich 15 von den 20 Vögeln erreichten die Toskana. Zwei Waldrappen - „Hella“ und „Goja“ - kamen nördlich von den Alpen wegen der Kälte ums Leben, „Luigi“ landete gar erschöpft auf dem NATO-Flughafen von Ghedi nahe der lombardischen Stadt Brescia. Der Vogel konnte von Mitgliedern des Waldrappteams gerettet und nach Orbetello geführt werden, wo seine Artgenossen auf ihn warteten. Das Waldrappteam appellierte, Informationen über die vermissten Tiere zu liefern, berichteten italienische Medien.

Lange waren die Tiere mit dem markanten Schnabel und Kopfschmuck in den Felswänden der Salzburger Stadtberge heimisch, bis sie im 16. Jahrhundert verschwanden. Die illegale Vogeljagd ist die primäre Todesursache, drei Viertel der Todesfälle sind darauf zurückzuführen. Die Ziehvögel müssen im ersten Jahr von den Eltern die Flugroute nach Italien erlernen. Von Menschen aufgezogene Jungvögel kennen diese Flugroute nicht. Menschliche Zieheltern, auf die sie geprägt sind, führen sie jährlich mit Leichtflugzeugen, fliegen ihnen voraus, um ihnen so den Weg zu zeigen.