Für null Abfall und gegen illegale Exporte
Österreichs Entsorgungsbetriebe drängen auf das „Zero Waste“-Ziel. 200.000 Altautos verschwinden.
Von Alois Vahrner
Innsbruck –„Zero Waste“, also praktisch null Abfall durch die Steigerung der Verwertungsquote bis zur maximalen Wiederverwertbarkeit, bis zum Jahr 2020 sei ein äußerst lohnendes Ziel. Dadurch könnten EU-weit 450 Mio. Tonnen CO2 verhindert und 180.000 neue Jobs geschaffen werden, sagt der Präsident des Verbandes Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VÖEB), Hans Roth, gegenüber der TT. Dass die neue EU-Kommission unter Präsident Jean-Claude Juncker „Zero Waste“ vorerst von der Agenda genommen habe, sei ein Fehler.
Der VÖEB repräsentiert laut Roth mit 220 Mitgliedern und über 1100 High-Tech-Anlagen 80 % aller kleinen bis großen kommerziellen Abfallentsorger. Mitglieder seien auch Wien Energie, EVN oder die Innsbrucker Kommunalbetriebe. Die Branche beschäftige direkt und indirekt 43.000 Mitarbeiter, entsorge zwei Drittel des Abfalls in Österreich und erwirtschafte einen Umsatz von 4 Mrd. Euro.
Die Branche sei sehr auf Qualität bedacht und innovativ. „Die Zeiten des reinen Müllkutschers sind längst vorbei“, betont VÖEB-Vizepräsidentin Ingeborg Freudenthaler. Umso wichtiger sei bei Auftragsvergaben die flächendeckende Anwendung des Bestbieterprinzips, die auch ökologische und soziale Kriterien berücksichtige, ergänzt Roth. Die Daseinsvorsorge sei Aufgabe der öffentlichen Hand, es gebe vielfach erfolgreiche Zusammenarbeits-Modelle mit Privaten über PPP-Modelle (Private Public Partnership) oder über Konzessionen. Die Haushaltssammlung sei eine hoheitliche Aufgabe, die Umsetzung könnten Private aber oft besser und billiger. Bei Unternehmensabfällen sollte nicht über den Andienungszwang der Wettbewerb ausgehebelt werden. Interesse haben die Entsorger an einem Einstieg im Abwasserbereich.
Von den Behörden verstärkt werden müsse die Bekämpfung des illegalen Abfallexports, verlangt Roth. Von den jährlich anfallenden 250.000 Altautos könnten nur 50.000 und damit ein Fünftel in österreichischen Anlagen verwertet werden. 200.000 Autos und damit wertvolle Metall- und andere Abfälle würden indes vielfach illegal vor allem nach Osteuropa und Afrika verschwinden.
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