Simple Sinnsuche in Berlin: Dea Lohers neues „Gaunerstück“

Berlin (APA/dpa) - Mit „Diebe“ und „Am schwarzen See“ feierte Dea Loher in den vergangenen Jahren Triumphe am Deutschen Theater Berlin. Nun ...

Berlin (APA/dpa) - Mit „Diebe“ und „Am schwarzen See“ feierte Dea Loher in den vergangenen Jahren Triumphe am Deutschen Theater Berlin. Nun hat die 50-jährige Dramatikerin einen neuen Text für die Bühne geschrieben. „Gaunerstück“ ist weniger ein Stück denn eine Erzählung. Wie es nun schon lange im zeitgenössischen Theater Mode ist, berichten die Figuren anstatt zu handeln, wie die Uraufführung am Donnerstag zeigte.

Oft wird direkt ins Publikum gesprochen, die Wortkaskaden kreisen um das Thema der Suche des Einzelnen nach dem Sinn des Lebens. Im Zentrum steht das Geschwisterpaar Maria und Jesus Maria. Sie agieren in einem schäbigen Raum, von dessen Wänden die Farbe abblättert. Dieser Raum ist Sinnbild der Existenz der Figuren: Sie selbst sind schäbige Typen in einem schäbigen Dasein. Maria und Jesus Maria sind jeweils doppelt besetzt - warum, wird nicht klar. Vielleicht, um bei Aufführungen in den Niederlanden Sprachbarrieren überwinden zu können, handelt es sich doch um eine Koproduktion mit dem Ro-Theater Rotterdam. Zwei der Vier kommen aus dem Nachbarland.

Erzählt wird vom Tod der alkoholabhängigen Mutter, vom Vater, der die Familie einst verlassen hat, von den Jobs, mit denen sich die Beiden über Wasser halten. Da gibt es berührende Momente, wenn in der Körpersprache die völlige Orientierungslosigkeit von Maria und Jesus Maria deutlich wird. Doch einige Kalauer und pseudopoetische Zeilen, wie etwa „Man konnte die Zimmerpflanzen atmen hören, so still war es“, muten nur albern an.

Die niederländische Regisseurin Alize Zandwijk hat versucht, dem oft doch recht kunstgewerblich anmutenden Text durch Tanz und Gesang emotionale Kraft zu geben. Das gelingt für Augenblicke. Denn die Musik macht Effekt. Dadurch und durch die körperliche Präsenz der Darsteller bekommt die simple Sinnsuche gelegentlich eine überzeugende Intensität. So erhielt denn auch vor allem das Schauspielensemble, angeführt von Fania Sorel als eine der Interpretinnen der Maria, starken Beifall.

(S E R V I C E - www.deutschestheater.de)