Niedrige Inflation setzt EZB unter Druck

Brüssel/Frankfurt (APA/Reuters) - Die Preise in der Eurozone sind erstmals seit mehr als fünf Jahren gefallen und machen stärkere Gegenmaßna...

Brüssel/Frankfurt (APA/Reuters) - Die Preise in der Eurozone sind erstmals seit mehr als fünf Jahren gefallen und machen stärkere Gegenmaßnahmen der EZB wahrscheinlicher. Die Lebenshaltungskosten sanken im Dezember zum Vorjahr um 0,2 Prozent, wie aus endgültigen Daten des Europäischen Statistikamts vom Freitag hervorgeht. Vor allem billigeres Öl entlastete das Portemonnaie der Konsumenten: Die Energiekosten fielen um 6,3 Prozent.

Die Europäische Zentralbank (EZB), die nächste Woche zu ihrer Zinssitzung zusammenkommt, blickt mit Sorge auf die Entwicklung. Sie will vermeiden, dass die Preise ins Rutschen geraten: Eine Deflation - also ein Preisverfall auf breiter Front - könnte auch Löhne und Investitionen sinken lassen und die Wirtschaft lähmen. In Griechenland (minus 2,5 Prozent) und Spanien (minus 1,1 Prozent) sind die Preise besonders stark zurückgegangen.

Mit einem massenhaften Ankauf von Staatsanleihen könnte sich die EZB gegen den weiteren Verfall stemmen. Das Kalkül dahinter: Die Banken sollen die Papiere verkaufen, so dass sie mehr Mittel zur Vergabe von Krediten zur Verfügung haben. Damit könnte die Konjunktur angekurbelt und letztlich die Inflationsrate nach oben getrieben werden. Die EZB hat bereits im Herbst damit begonnen, sich gegen den Preisverfall zu stemmen - unter anderem durch den Ankauf von Hypothekenpapieren und Pfandbriefen.

~ WEB http://www.ecb.int ~ APA242 2015-01-16/11:33