Steirische Feuerwehr 2014 mit weniger Einsätzen aber mehr Ausbildung

Graz (APA) - Steiermarks Feuerwehren haben 2014 über 1.000 Menschen und gut 2.000 Tiere aus Notlagen geholt und 5,44 Mio. Arbeits- und Einsa...

Graz (APA) - Steiermarks Feuerwehren haben 2014 über 1.000 Menschen und gut 2.000 Tiere aus Notlagen geholt und 5,44 Mio. Arbeits- und Einsatzstunden (2013: 5,36 Mio.) geleistet. In der Bilanz (Dezember 2013/November 2014) scheinen weniger Einsatzstunden wegen Feuer oder Hilfsleistungen auf, dafür mehr für Ausbildung. Gesamt wurde „Volksvermögen“ im Wert von 847 Mio. Euro gerettet, hieß es am Freitag in Graz.

Die freiwilligen Feuerwehrleute sowie die Berufsfeuerwehr Graz leisteten 175.752 Stunden (193.573) bei Brandeinsätzen sowie 349.621 Stunden (337.780) bei technischen Hilfsleistungen. Die sinkenden Zahlen seien laut Bundesfeuerwehrpräsident Albert Kern - der auch steirischer Landeskommandant ist - wohl auch darauf zurückzuführen, dass man 2014 im Lande von arbeitsintensiven Naturkatastrophen verschont blieb. Der größte Brocken bei den geleisteten Stunden entfällt mit gut 4,22 Mio. Stunden (4,18 Mio.) auf Verwaltung, Veranstaltungen und Ähnliches.

Die Feuerwehrleute waren 2014 bei insgesamt 12.492 Brandeinsätzen (12.235) und 35.920 (38.644) technischen Alarmierungen. In Summe sind das 48.412 Einsätze und damit um 2.467 weniger als noch im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die gut 50.000 Mitglieder der steirischen Feuerwehren haben - gerechnet mit dem Durchschnittswert einer Hilfsarbeiterstunde von 25 Euro - einen fiktiven Gegenwert von etwa 136,2 Mio. Euro erbracht und sollen dabei laut dem Feuerwehrverband Volksvermögen im Wert von 847 Mio. Euro gerettet haben.

Das große Thema im abgelaufenen Jahr sei die Umstellung auf den Digitalfunk BOS gewesen: 8.500 neue Funkgeräte mussten bestellt werden. Die Umstellung koste um die 3,7 Mio. Euro, wobei 1,5 Mio. Euro von den Wehren selbst aufgebracht werden. Schulungen für die neuen Geräte stünden ebenfalls am Stundenplan. 2015 sollen auch noch die letzten Bereichsfeuerwehrverbände auf BOS umgestellt werden. Danach wolle man sich dem Thema Alarmierung annehmen: Diese funktioniere derzeit noch analog mit Sirene, bald könnte es weitere, ergänzende Methoden geben.

Kern sprach auch Sorgen der Wehren rund um die steirischen Gemeindefusionen an: Manche Wehren müssten diese „überleben“, denn es könnte sich in den neuen Kommunen die Höhe der verfügbaren Geldmittel ändern. Ziel sei es, alle Wehren zu erhalten. Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) - mit LHStv. Hermann Schützenhöfer (ÖVP) Motor der „Gemeindestrukturreform“ - warnte die kommenden neuen Bürgermeister davor, „das eigene Lager“ - gemeint waren die jeweiligen Herkunftsgemeinden - zu bevorzugen, denn wer das tue, sei so gut wie abgewählt. Kern ergänzte, dass es den Wehren offen stehe, Interesse an Fusionen zu bekunden. Der Verband wolle etwaige Zusammenlegungen unterstützen, „aber wir werden das sicher nicht von oben vorgeben, das würde die Wehren schwächen“.