Australien bleibt trotz Suizid-Versuchen von Flüchtlingen hart

Canberra (APA/AFP) - Nach Berichten über Selbstverletzungen von Flüchtlingen in einem Asylwerberlager in Papua-Neuguinea hat sich Australien...

Canberra (APA/AFP) - Nach Berichten über Selbstverletzungen von Flüchtlingen in einem Asylwerberlager in Papua-Neuguinea hat sich Australiens Einwanderungsminister Peter Dutton besorgt über die Lage in dem Aufnahmezentrum gezeigt. „Ich denke, das ist eine sehr ernste Situation“, sagte Dutton am Freitag vor Journalisten. Das eigentliche Ziel der Flüchtlinge in dem Pazifikstaat ist die Aufnahme in Australien.

Flüchtlingsanwälten und Medienberichten zufolge sollen sich mehr als 400 Bootsflüchtlinge auf der Insel Manus im Hungerstreik befinden, um damit gegen ihre Unterbringungsbedingungen und die Aussicht, dauerhaft in dem Pazifikstaat bleiben zu müssen, zu protestieren. 40 Flüchtlinge sollen sich aus Protest die Lippen zugenäht haben, drei schluckten offenbar Rasierklingen hinunter und vier aßen Waschpulver. Fernsehbilder im australischen Sender ABC zeigten Asylwerber, die nach Freiheit riefen.

Werden Bootsflüchtlinge auf dem Weg nach Australien aufgegriffen, werden sie von der australischen Marine in Aufnahmezentren wie in Papua-Neuguinea gebracht. Gemäß den strengen australischen Asylgesetzen werden ihre Anträge in dem Inselstaat bearbeitet. Auch wenn ihr Flüchtlingsantrag erfolgreich ist, werden sie dauerhaft außerhalb von Australien angesiedelt. Dutton betonte am Freitag, dass er keine Abkehr von der bisherigen Asylpolitik plane.