Vision Rum 2025

Rum sucht nach guten Ideen

© Domanig

Die Marktgemeinde startet neuerlich einen offenen Visionsprozess, um die „Bedürfnisse der Bevölkerung kennen zu lernen“. Das Generalthema lautet diesmal „Lebensqualität“.

Von Michael Domanig

Rum –Bürgermeister Edga­r Kopp zeigte sich „überwältigt“ vom regen Andrang bei der Auftaktveranstaltung zur „Vision Rum 2025“. Im Gemeindezentrum Forum mussten am Donnerstagabend zusätzliche Tische aufgestellt werden, weil sich so viele Bürger aktiv in die Gemeindeentwicklung einbringen wollen.

Die Marktgemeinde Rum setzt heuer bereits zum dritten Mal einen derartigen Visionsprozess in Gang. Zuletzt hatten Bürger und Gemeinde­politik im Jahr 2002 die „Vision Rum 2012“ erarbeitet. Dieses Leitbild habe sich „als sehr hilfreich für die laufenden Entscheidungen herausgestellt“, meinte Kopp.

Vizebürgermeisterin Erna Langhofer erklärte in einem kurzen Rückblick, dass „der größte Teil“ der 2002 formulierten Visionen Wirklichkeit geworden sei: Als „Meilensteine“ nannte sie etwa das Soziale Kompetenzzentrum Rum mit 69 Pflegezimmern oder das Gemeindezentrum Forum, das Rum „einen richtigen Dorfkern“ beschert habe und „sehr gut gebucht und genutzt“ werde. Auch im Wohnbau – in den letzten drei Jahren wurden 150 neue Wohnungen übergeben –, im Bereich der Kinderbetreuung, bei der Sicherung der Schulwege oder bei der Förderung von Solarenergie habe man viele Visionen realisiert.

Der Gemeinderat hat daher einstimmig beschlossen, diese Form der Bürgerbeteiligung ein weiteres Mal durchzuführen – als so genannten „Lokale Agenda 21“-Prozess, der eine nachhaltige Dorfentwicklung zum Ziel hat. Die neue „Vision Rum 2025“ steht unter dem Aspekt „Lebensqualität“. Es gehe darum, ein „gemeinsames Bild“ zu entwickeln, „wie Rum in zehn Jahren aussehen soll“, erläutert Experte Rainer Krismer aus Imst, der den Visionsprozess als externer Berater begleitet und moderiert.

Wie sieht der genaue Ablauf aus? Im Sommer 2014 gab es in Rum eine Gemeinde­klausur zur Vorbereitung des Visionsprozesses. Nun beginnt die eigentliche Arbeitsphase: In fünf Arbeitsgruppen, geleitet von Gemeinderatsmitgliedern, werden rund zwei Monate lang konkrete Vorschläge ausgearbeitet. All­e interessierten Bürger und Vereine können sich daran beteiligen. Nach der Präsentation eines Erstentwurfs und weiteren Stellungnahmen der Bevölkerung erfolgt der Feinschliff. Bis Sommer soll die Vision fertig sein. Die Umsetzung konkreter Projekte beschließt dann aber natürlich der Gemeinderat.

„Wir wollen die konkreten Bedürfnisse der Bevölkerung kennen lernen“, meint Vize-BM Christoph Kopp, dessen Arbeitsgruppe sich unter anderem mit Ortsentwicklung, Raumordnung und Verkehr beschäftigen wird. Der Visionsprozess solle den Gemeindepolitikern auch gegen „Betriebsblindheit“ helfen, vor der „niemand gefeit“ sei, ergänzt GR Markus Prajczer, Leiter der Arbeitsgruppe für Kinderbetreuung, Schule und (Jugend-)Kultur.

Die Bevölkerung hat auch noch andere Möglichkeiten, sich aktiv einzubringen: Die Ergebnisse eines detaillierten Fragebogens, der an alle Rumer Haushalte ausgeschickt wurde, sollen ebenso in den Diskussionsprozess einfließen wie schriftliche Anregungen, die man unter der Adresse vision2025@rum.at einreichen kann.

Vize-BM Erna Langhofer preschte am Auftaktabend bereits mit einer Vision vor – „bedarfsgerechtes Wohnen“ für jedes Lebensalter. „Wieso sollte es zum Beispiel nicht in jedem neuen Wohnbau eine Senioren-WG geben?“ Langhofer ist sich jedenfalls sicher: „Wenn so viele Bürger dara­n mitwirken, braucht man sich um die Zukunft von Rum kein­e Sorgen zu machen.“

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