Grüne Woche - ÖVP-Bauernbund will Exportagentur einrichten
Wien (APA) - Bauernbund-Präsident Jakob Auer will eine Exportagentur für die österreichischen Lebensmittelexporte einrichten. Es sollen zukü...
Wien (APA) - Bauernbund-Präsident Jakob Auer will eine Exportagentur für die österreichischen Lebensmittelexporte einrichten. Es sollen zukünftig nicht mehr mehrere Verkäufer von verschiedenen Herstellern in fremde Märkte fahren und sich vielleicht dabei noch unterbieten. Die Stelle soll bei der Wirtschaft angesiedelt werden und „auf alle Fälle noch heuer aktiv werden“, sagte Auer bei einer Pressekonferenz.
Landwirtschaftsminister Rupprechter (ÖVP) kann sich eine Ansiedelung bei der Außenwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) vorstellen.
Der heimische Agrarexport „gehört in professionelle Hände gebündelt“, so Auer im Rahmen der Grünen Woche am Freitag in Berlin. Für die Umsetzung komme es jetzt darauf an, ob alle Betriebe bereit seien, sich gemeinsam an einen Tisch zu setzen. Bisher herrsche in Österreich „Einzelkämpfertum“.
A-Marketing-Geschäftsführer Michael Blass sieht in der geplanten Exportagentur keine Konkurrenz zur Arbeit der AMA. „Wir sind für die Absatzförderung zuständig, aber wir verkaufen nicht unmittelbar Produkte“, so Blass zur APA. Für Details müsse er den Businessplan der Exportagentur anschauen, aber „man kann im Export nie genug tun.“ Die AMA organisiert etwa Marktauftritte, Messen, Produktpräsentationen und -verkostungen.
Als weitere Maßnahme, um die heimischen Lebensmittel für den Export zu stärken, sprach sich Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes in Berlin für die stärkere Nutzung des europäischen Systems der geschützten Lebensmittelbezeichnungen aus. In Österreich sei die Bürokratie zu umständlich, zuständig für eine Vereinfachung sei das Gesundheitsministerium. Die AMA forderte dies bei ihrer Pressekonferenz im Rahmen der Grünen Woche am Donnerstag ebenfalls.
Als weitere geschützte Lebensmittel in Österreich kann sich Schultes etwa Käse aus dem Mondseeland, Heumilch oder Erdäpfel aus dem Waldviertel oder Lungau vorstellen, sagte er am Rande der Pressekonferenz zur APA. Österreich hat derzeit 14 von EU-weit 1.452 geschützten Lebensmittelbezeichnungen, darunter die Wachauer Marille und das Steirische Kürbiskernöl.