Meinl Bank noch mit knapp tausend Anlegerklagen konfrontiert

Wien (APA) - Die Meinl Bank, deren (ehemalige) Organe wegen Untreue angeklagt sind, ist aktuell noch mit knapp tausend Anlegerklagen konfron...

Wien (APA) - Die Meinl Bank, deren (ehemalige) Organe wegen Untreue angeklagt sind, ist aktuell noch mit knapp tausend Anlegerklagen konfrontiert. Gestritten wird um 56,4 Mio. Euro. Im Jahr 2010 waren 2.700 Verfahren gegen das Institut anhängig. Seit Jahren ist das Geldhaus dabei, sich mit MEL-Geschädigten zu vergleichen oder die Verfahren vor Gericht zu erledigen. 2014 wurden 250 Vergleiche abgeschlossen.

Es handelt sich dabei um Kleinanleger, die in die nicht mehr existente Immobilienfirma Meinl European Land (MEL) investiert und Geld verloren haben. Im Gefolge umstrittener Aktienrückkäufe, die im Jahr 2007 ans Licht kamen, stürzte der MEL-Kurs in den Keller.

Die Causa hat erst jetzt auch ein strafrechtliches Nachspiel: Fünf amtierende und frühere Bankmanager, darunter Julius Meinl und Bankchef Peter Weinzierl, wurden Ende 2014 angeklagt. Die Wiener Staatsanwaltschaft erachtet die Ausschüttung einer Sonderdividende von knapp 212 Mio. Euro im Jahr 2009 als illegal. Nach Ansicht der Anklagebehörde hätte diese nicht erfolgen dürfen, weil aus der MEL-Affäre Schadenersatzansprüche in dreistelliger Millionenhöhe drohten. Die Beschuldigten haben die Untreuevorwürfe stets vehement zurückgewiesen. „Die von der Staatsanwaltschaft Wien im Strafverfahren angenommene Summe von 250 Mio. Euro, welche die Bank im Jahr 2008 rückzustellen gehabt hätte, gehört ins Reich der Fantasie“, so Weinzierl am Freitag erneut.

Von der Zivilrechtsfront vermeldete die Bank am Freitag, dass Ende 2014 noch 967 Anlegerklagen offen gewesen seien. Insgesamt habe man bereits 2.000 Zivilverfahren erledigt, den größeren Teil durch Vergleiche. Bisher haben 6.364 Anleger - zum Teil haben sie sich in Klagen zusammengeschlossen - ein Vergleichsangebot der Bank angenommen, was das Institut 33,7 Mio. Euro kostete. „Diese Vergleiche werden auch 2015 fortgeführt“, kündigte Weinzierl in einer Aussendung an. Die Bank musste in der MEL-Affäre geschätzt zusätzlich an die 30 Mio. Euro an Anwalts- und Verfahrenskosten aufwenden.

~ WEB http://www.meinlbank.com ~ APA530 2015-01-16/16:00