Lange Haftstrafen für drei französische Jihadisten
Paris (APA/AFP) - Weil sie nach Einschätzung des Gerichts im Jemen oder in Somalia an der Seite von militanten Islamisten kämpfen wollten, s...
Paris (APA/AFP) - Weil sie nach Einschätzung des Gerichts im Jemen oder in Somalia an der Seite von militanten Islamisten kämpfen wollten, sind drei junge Franzosen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Pariser Strafgericht verhängte am Freitag Gefängnisstrafen zwischen vier und zehn Jahren gegen die Jihadisten. Einer der Männer ist auf der Flucht, er wurde in Abwesenheit verurteilt.
Der Prozess - der erste wegen terroristischer Vorhaben in Frankreich nach den islamistischen Anschlägen in Paris - war am Montag und Dienstag abgehalten worden. Staatsanwalt Nicolas Le Bris betonte vor Gericht, die Ereignisse der vergangenen Tage hätten gezeigt, wie sehr die Sorge vor dem Terrorismus „gerechtfertigt“ sei.
Die drei Verurteilten aus der nordfranzösischen Hafenstadt Le Havre gehörten zu einer Gruppe von sechs Verdächtigen, die im April 2012 in Dschibuti festgenommen worden waren. Nach Darstellung von Staatsanwalt Le Bris hatten sie geplant, sich von dem ostafrikanischen Land aus dem Terrornetzwerk Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel (AQAP) im Jemen oder der radikalislamischen Shabaab-Miliz in Somalia anzuschließen.
Sie wurden nach ihrer Festnahme in Dschibuti Richtung Frankreich abgeschoben, nutzten aber eine Zwischenlandung des Flugzeugs in Kairo, um in den Senegal zu reisen. Zwei der Männer wurden schließlich bei ihrer Rückkehr nach Frankreich festgenommen. Der dritte Mann wurde nie gefasst. Gegen ihn verhängte das Gericht in Abwesenheit eine Haftstrafe von zehn Jahren. Ein zweiter Angeklagter wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt, der dritte Mann zu vier Jahren, davon ein Jahr auf Bewährung.