Terror in Paris - Zwei Lehrer nach Anschlägen suspendiert
Paris (APA/AFP) - Nach den islamistischen Anschlägen in Frankreich mit insgesamt 17 Toten sind zwei Lehrkräfte wegen verbaler Entgleisungen ...
Paris (APA/AFP) - Nach den islamistischen Anschlägen in Frankreich mit insgesamt 17 Toten sind zwei Lehrkräfte wegen verbaler Entgleisungen im Zusammenhang mit den Attentaten suspendiert worden. Landesweit war es nach dem Terror zu mehr als 200 Vorfällen an Schulen gekommen. In allein rund hundert Fällen wurde die Schweigeminute am Donnerstag vergangener Woche zum Gedenken an die Opfer gestört.
In Bobigny nordöstlich von Paris wurde eine Lehrerin vom Dienst freigestellt, die vor ihren Schülern die These unterstützt hatte, dass die Anschläge ein Komplott seien, wie die Direktion der Fachhochschule am Freitag mitteilte. Die Behörden leiteten eine Untersuchung wegen möglicher „Verherrlichung des Terrorismus“ ein. Im Elsass wurde ein Lehrer suspendiert, der Mohammed-Karikaturen in der Klasse gezeigt hatte.
Im Falle der Lehrerin hatte ein Schüler ohne deren Wissen ihre Ausführungen aufgenommen. Dabei warf sie am vergangenen Montag die Frage auf, wie die zwei Angreifer auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ ihre Abdrücke hinterlassen konnten, obwohl sie Handschuhe und Masken trugen.
Die etwa 40-Jährige widersprach auch nicht ihren Schülern, die in den Attentaten eine Inszenierung gegen den Islam sahen, sondern bestätigte vielmehr, dass der Islam „störe“. Auch den Tod mancher Opfer zweifelte sie an und sprach von dem „angeblichen Bullen, der getötet wurde“.
Die Lehrerin wurde zur Schulleitung gerufen und bestritt zunächst ihre Ausführungen. Als sie damit konfrontiert wurde, dass es eine Aufnahme gibt, sagte sie, sie habe nur Stellungnahmen aus dem Internet wiedergegeben. Bisher hatte es laut Schulleitung keinerlei Probleme mit der Lehrerin gegeben, die seit sieben Jahren dort unterrichtet.
In Mühlhausen im Elsass wurde ein Lehrer für vier Monate suspendiert, der seinen Schülern Mohammed-Karikaturen zeigte, darunter eine mit dem nackten Propheten. Als ein Schüler betreten darauf reagierte, sagte der Lehrer dem Rektorat in Straßburg zufolge: „Du schaust dir das an und danach kannst du deine Kalaschnikow herausholen, um mich umzubringen.“
Nach den islamistischen Anschlägen in Frankreich mit insgesamt 17 Toten war es landesweit zu mehr als 200 Vorfällen an Schulen gekommen. In allein rund hundert Fällen wurde die Schweigeminute am Donnerstag vergangener Woche zum Gedenken an die Opfer gestört.
Zu Zwischenfällen kam es aber auch bei anderen staatlichen Stellen: So wurde in Paris am Donnerstag eine Politesse suspendiert, die sich ebenfalls geweigert hatte, die Schweigeminute zu respektieren. Die Frau war bereits als „radikalisiert“ bekannt.
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