Quartalszahlen deuten auf niedrigere Bonuszahlungen für Banker hin
London (APA/Reuters) - Banker in New York und London müssen sich auf etwas niedrigere Bonuszahlungen für 2014 einstellen. Die jüngst veröffe...
London (APA/Reuters) - Banker in New York und London müssen sich auf etwas niedrigere Bonuszahlungen für 2014 einstellen. Die jüngst veröffentlichten Quartalsberichte von amerikanischen Geldhäusern und Expertenprognosen deuten auf einen Rückgang der Sonderprämien in der Branche hin.
Die weltweit führende Investmentbank Goldman Sachs teilte am Freitag mit, dass ihre Mitarbeiter insgesamt 12,56 Milliarden Dollar an Boni und Vergütung erhielten, was 373.000 Dollar pro Angestelltem entspreche. Unter Berücksichtigung der Neueinstellungen ist das Rückgang von 2,6 Prozent pro Person verglichen mit 2013.
Unerwartet schwache Geschäfte im Anleihehandel bremsten Goldman zum Jahresende aus. Weil viele Anleger wegen der Turbulenzen an den Börsen lieber die Füße still hielten, war in der für die Bank wichtigen Sparte nicht viel zu holen. Selbst ein florierendes Beratungsgeschäft rund um Fusionen und Übernahmen (M&A) konnte das nicht wettmachen.
Die US-Bank JPMorgan gab an, dass die Gratifikation im Geschäftskunden- und Investmentbanking-Bereich (CIB) um vier Prozent zurückgegangen sei. Da die Zahl der Jobs verringert wurde, betrage der Rückgang aber pro CIB-Mitarbeiter nur 1,5 Prozent.
Bei der Citigroup dürften die Boni für die Händler etwa fünf bis zehn Prozent geringer ausfallen, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Berater könnten dagegen auf eine leichte Erhöhung hoffen. Bank of America teilte mit, dass die Personalkosten 2014 insgesamt um 2,7 Prozent gesunken seien. Weitere Details nannte das Geldhaus nicht.
Aus Branchenkreisen verlautete, dass die Höhe der Bonuszahlungen wahrscheinlich die Ergebnisse der einzelnen Geschäftsbereiche widerspiegeln dürfte. Bond-Händler müssten sich daher auf einen Rückgang ihrer Sonderprämien um bis zu zehn Prozent gefasst machen. Aktienhändler könnten dagegen mit einer gleichbleibenden Gratifikation rechnen. Einige Banken dürften die Sonderzahlungen nach einer enttäuschenden Entwicklung im Dezember, die auf die Gewinne im vierten Quartal gedrückt habe, gesenkt haben.
Die Boni werden in der Regel bei der Bekanntgabe der Ergebnisse für das Gesamtjahr oder wenig später gewährt. Europäische Banken wie Barclays, Deutsche Bank, Credit Suisse und UBS zahlen üblicherweise niedrigere Boni als ihre US-Rivalen und veröffentlichen ihre Bilanzen erst zwischen Ende Jänner und Anfang März.
Kommentare