„Grexit“ - Kreise: Eurozone denkt über längere der Hellas-Hilfen nach

Brüssel (APA/Reuters) - Das Hilfsprogramm für Griechenland könnte Diplomatenkreisen zufolge wegen der bevorstehenden Neuwahl nochmals verlän...

Brüssel (APA/Reuters) - Das Hilfsprogramm für Griechenland könnte Diplomatenkreisen zufolge wegen der bevorstehenden Neuwahl nochmals verlängert werden. In der Eurozone sei darüber beraten worden, einer neuen Regierung in Athen bis zu sechs Monate mehr Zeit zu geben, um das Programm zu beenden, sagten Vertreter der Währungsgemeinschaft.

Hintergrund sei die Verunsicherung an den Finanzmärkten darüber, inwieweit Griechenland nach der Wahl am 25. Jänner an dem von den internationalen Geldgebern verordneten Sparkurs festhalte. Zuletzt hatte sich deswegen die Kreditaufnahme für den hoch verschuldeten Staat wieder erheblich verteuert. Das aktuelle Hilfsprogramm wurde erst kürzlich um zwei Monate bis Ende Februar verlängert.

Zudem sei darüber gesprochen worden, ob - wie geplant - eine vorsorgliche Kreditlinie des Euro-Rettungsfonds ESM ausreiche, um Griechenland für eine Rückkehr an den Kapitalmarkt Rückendeckung zu geben oder ein drittes Hilfsprogramm nötig sei, sagte ein Eurozonen-Vertreter.

Auch der massive Kapitalabfluss bei den griechischen Banken von zuletzt schätzungsweise 60 Millionen Euro täglich bereite in diesem Zusammenhang Sorgen. Entscheidungen seien noch keine gefallen, aber wahrscheinlich kämen diese Fragen beim Treffen der Euro-Finanzminister am Tag nach der Griechenland-Wahl auf den Tisch, hieß es weiter.

Die linke Oppositionspartei SYRIZA, die in Umfragen vorne liegt, will nach einem Wahlsieg das Land zwar in der Eurozone halten, die Reformvereinbarungen mit den internationalen Gläubigern aber kippen. Griechenland wird seit 2010 mit zwei Rettungsprogrammen über insgesamt 240 Milliarden Euro von Europäischer Union und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) gestützt.