Ästhetisch: Random Dance mit „Atomos“ im Festspielhaus St. Pölten
St. Pölten (APA) - Mit ihrer Produktion „Atomos“ befindet sich Wayne McGregor‘s Company Random Dance derzeit auf Tournee. Die Londoner gasti...
St. Pölten (APA) - Mit ihrer Produktion „Atomos“ befindet sich Wayne McGregor‘s Company Random Dance derzeit auf Tournee. Die Londoner gastierten am Freitagabend im Festspielhaus St. Pölten. Erwartungsgemäß erwies sich die Choreografie als bezugsreiche, hochkomplexe und virtuose Herausforderung für die Tänzer, der Gesamteindruck blieb allerdings trotz Einsatzes von 3D-Technologie eher durchwachsen.
„Atomos“ ist zweifellos ein ästhetisch sehr ansprechendes Werk, mit professionellem Lichtdesign (Lucy Carter), modischen Kostümen (Studio XO) sowie fotografischen und filmischen Bühnenelementen (Ravi Deepres). Beeindruckend gelangt auch die in raffinierter Gleichzeitigkeit ausgeführte Bewegungsvielfalt der Tänzer zur Geltung. Und doch kommt es nicht zum atomaren Energieoutput, eher zum kollektiven Catwalk der Elementarteilchen.
Die breiige Musik von „A Winged Victory For The Sullen“ erzeugt eine dröge esoterische Atmosphäre, in der die beziehungsvollen Inhaltsansprüche allmählich versumpfen. Da hilft selbst die dritte Dimension nicht weiter: Die Zuseher erhalten 3D-Brillen und setzen diese erwartungsvoll auf, sobald sieben Bildschirme den Bühnenhintergrund dekorieren. Doch verschwommene Konturen und Schwarz-weiß-Zeitlupenstudien erbringen leider nicht die intendierte synästhetische Erfahrung, im Gegenteil, die Screens lenken von den Tänzern ab und umgekehrt. Ein elegischer Pas de Trois beschließt nach 70 Minuten die molekulare Reise. Nicht unbedingt euphorisch, aber doch freundlich fiel die Publikumsreaktion aus.
(S E R V I C E - http://www.festspielhaus.at)
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