Nach Geiselhaft in Syrien

Freigelassene Helferinnen: „Wir entschuldigen uns bei ganz Italien“

Greta Ramelli (20) und Vanessa Marzullo (21) bei ihrer Ankunft am Flughafen in Rom.
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Ihre Reise nach Syrien sei eine Leichtsinnigkeit gewesen, erklärten Greta Ramelli und Vanessa Marzullo nach ihrer Ankunft in Rom. Die beiden waren nach fünf Monaten Gefangenschaft in den Händen einer Terrorgruppe freigelassen worden. In Italien wird heftig über eine angebliche Lösegeldzahlung von rund 10 Mio. Euro debattiert.

Rom - Nach ihrer Freilassung aus fünf Monaten Gefangenschaft in der Hand einer Terrorgruppe in Syrien haben sich die beiden am Donnerstag freigekommenen Italienerinnen Greta Ramelli (20) und Vanessa Marzullo (21) bei ihren Angehörigen und den Italienern entschuldigt. Ihre Reise nach Syrien sei eine Leichtsinnigkeit gewesen.

„Wir entschuldigen uns bei ganz Italien, ich werde nie wieder nach Syrien zurückkehren“, sagte Ramelli tränenüberströmt nach ihrer Ankunft in Rom am Freitag. Die beiden jungen Helferinnen waren mit einer humanitären, aus nur drei Personen bestehenden Organisation nach Syrien gereist, um der Zivilbevölkerung Hilfe zu bringen, und waren dort im Juli entführt worden.

Im Gespräch mit den römischen Staatsanwälten, die wegen ihrer Entführung ermitteln, berichteten die beiden Helferinnen, dass sie eine harte Gefangenschaft mitgemacht haben. Sie hätten oft das Versteck gewechselt, sie seien jedoch weder sexuell misshandelt noch mit Mord bedroht worden.

Debatte um Lösegeldzahlung

Inzwischen geht die Debatte über eine angebliche Lösungsgeldzahlung für die beiden jungen Frauen weiter. Medienberichte, wonach die Regierung in Rom 10,2 Millionen Euro für die beiden Frauen gezahlt habe, entbehrten jeder Grundlage, sagte Außenminister Paolo Gentiloni vor dem Parlament in Rom am Freitag. Lega Nord-Chef Matteo Salvini will im Parlament einen offiziellen Antrag einbringen, um zu ergründen, ob Lösegeld für die beiden Helferinnen gezahlt wurde.

Hart zeigte sich auch der Präsident des Veneto, Luca Zaia, ein Spitzenpolitiker der Lega Nord. „Wer sich selbst in Gefahr begibt, soll die Kosten für seine Rettung aufbringen. Das passiert auch Touristen, die mit Badeschuhen die Dolomiten besteigen. Wenn sie dann einen Hubschrauber zu Hilfe rufen müssen, zahlen sie dafür“, so Zaia.

Außenminister Gentiloni reagierte auch auf Kritik, wonach die Frauen ihr Leben leichtfertig riskiert hätten. Das Parlament solle „die Großzügigkeit und den Mut“ von Entwicklungshelfern in Krisengebieten wertschätzen. (APA)