Syrien - Neue Front: Kurden und Assad-Truppen bekämpfen einander

Diyarbakir/Beirut (APA/Reuters) - In Syrien sind am Samstag Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Kurden-Milizen ausgebrochen. In dem überwi...

Diyarbakir/Beirut (APA/Reuters) - In Syrien sind am Samstag Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Kurden-Milizen ausgebrochen. In dem überwiegend von Kurden bewohnten Nordosten Syriens sei es zu heftigen Gefechten gekommen, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Damit brachen beide Seiten eine stillschweigende und bisher weitgehend eingehaltene Vereinbarung.

Demnach sollte man sich auf andere Feinde wie etwa die Extremistengruppe „Islamischer Staat“ (IS) zu konzentrieren. Auslöser der jüngsten Kämpfe war den Beobachtern zufolge, dass Regierungssoldaten die Kontrolle über Gebäude in einer neutralen Zone übernahmen. Inzwischen werde in mehreren Teilen der Stadt Hassakeh (Al-Hasaka) gekämpft, die die Kurden-Miliz YPG (Volksverteidigungseinheiten) und Assad-Truppen zuvor unter sich aufgeteilt hätten.

Die staatlichen syrischen Medien berichteten zunächst nicht über die Zusammenstöße. Regierungsvertreter in Damaskus und ein YPG-Sprecher waren nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Bereits früher war es gelegentlich zu Scharmützeln zwischen der Kurden-Miliz und Regierungssoldaten gekommen, doch nicht zu anhaltenden Kämpfen.

Mit diesen Gefechten entsteht eine neue Front in dem immer unübersichtlicher werdenden syrischen Bürgerkrieg. Seit Ausbruch des Konflikts zwischen Aufständischen und den Truppen von Präsident Bashar al-Assad im März 2011 wurden nach UNO-Angaben rund 200.000 Menschen getötet.