Ski alpin: Nachgefragt bei Wengen-Sieger Felix Neureuther

Wengen (APA) - Nachgefragt bei Felix Neureuther, der am Samstag den Weltcup-Slalom der alpinen Ski-Herren in Wengen gewonnen hat:...

Wengen (APA) - Nachgefragt bei Felix Neureuther, der am Samstag den Weltcup-Slalom der alpinen Ski-Herren in Wengen gewonnen hat:

Frage: Wie hoch stufen Sie die Wertigkeit Ihres bereits zweiten Slalom-Sieges in Wengen ein?

Neureuther: „Als Kind träumt man davon, in Wengen und Kitzbühel zu gewinnen. Diese Slaloms haben einfach die meiste Tradition. Wengen ist so ein spezieller Ort, so ein spezieller Hang. Hier musst du ein kompletter Skifahrer sein, um ganz vorne zu sein. Da kommt mir zugute, dass wir immer bei schwieriger Kurssetzung und schwierigen Bedingungen trainieren. Unsere Trainer bereiten uns wirklich perfekt auf solche Rennen vor.“

Frage: Was sagen Sie zum Ausfall Ihres großen Slalom-Rivalen Marcel Hirscher?

Neureuther: „Ich bin vor einer Woche in Adelboden ausgeschieden, heute ist es leider dem Marcel passiert. Das kommt im Slalom vor, das ist der Slalomsport. Da kann es relativ schnell gehen. Aber so etwas beeinflusst mich überhaupt nicht. Ich konzentriere mich ausschließlich auf mein eigenes Rennen, denn alles andere ist für die eigene Performance nicht so sexy.“

Frage: Sie haben die Führung im Slalom-Weltcup übernommen, wie beurteilen Sie die Lage im Kampf um die Kristallkugel?

Neureuther: „Das ist mir derzeit wirklich so etwas von wurscht. Entscheidend ist, wie es nach dem letzten Rennen ausschaut. Es kommen jetzt noch jede Menge wichtiger Rennen. Jetzt auf die Weltcup-Wertung zu schauen, das mache ich sicher nicht.“

Frage: Wie erklären Sie sich Ihren fulminanten zweiten Lauf?

Neureuther: „Es wird immer erst nach zwei Läufen abgerechnet, man darf nie aufgeben, egal wie es zur Halbzeit steht. Dass es mir so aufgegangen ist, war sicher eine Frage des Glücks, aber auch eine Frage des Willens. Aber eigentlich hatte ich ein ganz anderes Erfolgsgeheimnis.“

Frage: Und welches?

Neureuther: „Ich war gestern im selben Restaurant Abendessen, wie vor einem Jahr Patrick Küng vor seinem Abfahrtssieg. Der dortige Koch hat mir ein geniales Essen gezaubert. Und zur Info für alle Abfahrer für Sonntag: Ich hatte den Josef Ferstl auch dabei (lacht).“

Frage: Wie häufig treten die Sehstörungen auf, die Sie seit Ihrem Autounfall Anfang 2014 behindern?

Neureuther: „Heute war es so, dass ich mich wahrscheinlich beim Schlafen verlegt habe. Oder vielleicht war es deshalb, weil ich in der Nacht das Fenster offen hatte. Bei der Besichtigung habe ich dann gemerkt, dass dieser Migräneanfall wieder kommt, dann sehe ich auf dem linken Auge nur die Hälfte. Aber dann macht mein Physiotherapeut ‚klack klack‘ und dann geht es wieder. Es ist überhaupt nichts Schlimmes. Ich würde sagen, das sind die ganz normalen Folgen, wenn man einen Autounfall hatte.“