Mehrere Zugausfälle nach Brand und Panne im Eurotunnel

Paris/London (APA/AFP) - Zwischenfälle im Eurotunnel zwischen Frankreich und Großbritannien haben am Wochenende die Pläne tausender Reisende...

Paris/London (APA/AFP) - Zwischenfälle im Eurotunnel zwischen Frankreich und Großbritannien haben am Wochenende die Pläne tausender Reisender durcheinandergebracht: Nach einem Brand und einer Strompanne im Leitungssystem kam der Zugverkehr unter dem Ärmelkanal am Samstag und Sonntag jeweils stundenlang zum Erliegen. Der Verkehr normalisierte sich am Sonntag nur langsam, eine der zwei Tunnelröhren blieb weiter gesperrt.

Rauchmelder in der nördlichen Tunnelröhre hatten gegen Samstagmittag Alarm geschlagen, als ein aus Großbritannien kommender Lkw-Frachtzug hindurch fuhr. Der gesamte Zugverkehr wurde gestoppt und blieb zwölf Stunden lang unterbrochen. Züge im Tunnel mussten umkehren, 42 Fahrer der Lastwagen auf dem Frachtzug wurden in Sicherheit gebracht. Ursache des Alarms war ein kleiner Brand auf einem Lastwagen, durch den starker Rauch entstand. Größere Schäden entstanden nicht.

Nur wenige Stunden nach Wiedereröffnung des Tunnels am Sonntag wurde der Verkehr erneut beeinträchtigt. Wegen einer Strompanne im Leitungssystem mussten am Vormittag beide Tunnelröhren erneut für zwei Stunden gesperrt werden, wie Eurostar-Chef Nicolas Petrovic der Nachrichtenagentur AFP sagte. Elf Züge zwischen Paris und London sowie zwischen Brüssel und London fielen aus, andere verkehrten nur mit mehrstündiger Verspätung.

Der Vorfall sorgte auf beiden Seiten des Ärmelkanals für Chaos. Mehrere tausend Reisende wurden nach Schätzungen von Eurostar in Mitleidenschaft gezogen, Sonntag früh seien die Züge überfüllt gewesen. Im Londoner Bahnhof St. Pancras hatte es am Samstag nach dem Brand lange Schlangen gegeben. Einige Fahrgäste verbrachten die Nacht im Hotel, andere stiegen auf Fähren um. Mehrere Passagiere klagten über mangelnde Informationen. Die Internetseite von Eurostar war zeitweise nicht erreichbar. Dort konnten sich Kunden ansonsten über Verspätungen und Ausfälle informieren sowie Tickets umtauschen oder sich den Fahrpreis zurückerstatten lassen.

Fracht- und Personenverkehr normalisierten sich im Tunnel am Sonntag nur allmählich. Der Südtunnel blieb vorerst gesperrt, Experten suchten dort noch nach möglichen Schäden durch den Lastwagen-Brand.

Der Eurotunnel besteht aus zwei Hauptröhren für den Zugverkehr sowie einer dritten Röhre für Wartungsarbeiten und als Fluchtweg. Jeden Tag fahren durchschnittlich rund 400 Züge durch den Eurotunnel, jährlich werden 1,5 Millionen Lkw mit diesen transportiert. Im September 2008 war die Unterseeverbindung zwischen England und Frankreich nach einem Brand monatelang gestört gewesen.