Reporter nach Enthüllung von Nisman-Tod nach Israel geflogen

Buenos Aires/Jerusalem (APA/AFP) - Der Reporter, der als erster über den Tod des argentinischen Staatsanwalts Alberto Nisman berichtet hat, ...

Buenos Aires/Jerusalem (APA/AFP) - Der Reporter, der als erster über den Tod des argentinischen Staatsanwalts Alberto Nisman berichtet hat, ist nach Drohungen gegen ihn nach Israel geflohen. „Jetzt sicher in Tel Aviv. Dank an alle“, schrieb Damian Pachter am Sonntagabend auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Er sei in Argentinien verfolgt und sein Telefon abgehört worden, sagte er zu Kollegen, und machte indirekt die Regierung von Präsidentin Cristina Kirchner verantwortlich.

Nisman war vor einer Woche tot in seiner Wohnung in Buenos Aires aufgefunden worden, wenige Stunden vor einer geplanten brisanten Anhörung im Parlament. Darin wollte der Staatsanwalt Präsidentin Kirchner vorwerfen, iranische Regierungsangehörige nach einem Anschlag auf eine jüdische Wohlfahrtsorganisation 1994 vor der Strafverfolgung zu schützen.

Der Journalist Pachter hat die argentinische und die israelische Staatsbürgerschaft. Er arbeitet für den „Buenos Aires Herald“ und die israelische Zeitung „Haaretz“. Dem „Herald“ sagte er, er werde nach Argentinien zurückkehren, wenn er sich nicht mehr bedroht fühle. „Ich denke nicht, dass das unter dieser Regierung geschehen wird.“ Die Zeitung bestätigte seine Angaben über Drohungen gegen ihn nicht.

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Ob sich Nisman selbst tötete, ist bisher nicht geklärt. Erste Autopsieergebnisse deuteten darauf hin. Es wird unter anderem noch geprüft, ob die tödliche Kugel aus der Waffe stammte, die neben der Leiche gefunden wurde. Kirchner mutmaßte, der 51-Jährige sei ermordet worden, um ihr im Anschluss einen Vertuschungsskandal vorwerfen zu können.


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