Griechenland-Wahl - Gescheiterte Regierungen in der Eurokrise

Athen (APA/dpa) - Vor der Abwahl des griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras sind bereits zahlreiche Regierungen in der Eurozone an...

Athen (APA/dpa) - Vor der Abwahl des griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras sind bereits zahlreiche Regierungen in der Eurozone an der Schuldenkrise gescheitert. Ein Überblick:

BELGIEN: Mit Steuererhöhungen wollte die Regierung des Sozialisten Elio Di Rupo das Budget stabilisieren. Nach der Wahlniederlage im Mai 2014 führte Charles Michel eine konservativ-liberale Regierung.

ZYPERN: Im Februar 2013 löste der Konservative Nikos Anastasiades den linken Präsidenten Dimitris Christofias ab, der bei der Lösung der Finanzprobleme des pleitebedrohten Eurolandes erfolglos blieb.

ITALIEN: Im November 2011 trat Silvio Berlusconi nach massivem Druck der Finanzmärkte zurück. Ex-EU-Kommissar Mario Monti führte die Übergangsregierung, bis auch er im Dezember 2012 zurücktrat. Bei Neuwahlen im Februar 2013 setzten sich die linksgerichteten Demokraten (PD) durch, schafften aber wegen des Erfolgs der eurokritischen „Fünf-Sterne-Bewegung“ keine Mehrheit in beiden Parlamentskammern. Seit Anfang 2014 amtiert Matteo Renzi als Regierungschef, nachdem er seinen Parteikollegen Enrico Letta aus dem Amt gedrängt hatte.

FRANKREICH: Im Juni 2012 übernahmen die Sozialisten die Regierung, nachdem die UMP des im Mai abgewählten Präsidenten Nicolas Sarkozy abgestürzt war. Francois Hollande löste den durch die Krise schwer belasteten Sarkozy ab.

GRIECHENLAND: In der Finanzkrise gab Premier Giorgios Papandreou von der linken PASOK-Partei Ende 2011 auf. Seine Nachfolge trat der parteilose Lucas Papademos an. Bei der Wahl im Mai 2012 verloren die Unterstützer des Sparprogramms die Mehrheit und Samaras übernahm das Steuer.

NIEDERLANDE: Im April 2012 kam die Regierung unter Mark Rutte im Streit um den Sparkurs zu Fall. Im September gewann er erneut die Wahl und schmiedete ein Bündnis mit neuen Koalitionspartnern.

SLOWENIEN: Im September 2011 stürzte die Mitte-Links-Regierung, weil sie die steigende Verschuldung nicht eindämmen konnte. Nach den vorgezogenen Neuwahlen verschliss das Land zwei weitere Kabinette, unter dem konservativen Janez Jansa und der liberalen Alenka Bratusek. Durch einen Erdrutschsieg bei neuen vorgezogenen Wahlen im Juli 2014 kam der Rechtsexperte und politische Quereinsteiger Miro Cerar ans Ruder.

SPANIEN: Die Krise bestimmte maßgeblich den Ausgang der vorgezogenen Wahl im November 2011. Die Sozialisten erlebten ein Debakel, der konservative Mariano Rajoy folgte auf Jose Luis Rodriguez Zapatero. In den Umfragen vor der spätestens im Herbst 2015 stattfindenden Parlamentswahl führt die linksgerichtete Protestbewegung Podemos.

SLOWAKEI: Die christlich-liberale Premierministerin Iveta Radicova verknüpfte die Abstimmung im Oktober 2011 über eine Ausweitung des Euro-Rettungsschirms EFSF mit der Vertrauensfrage und verlor. Im März 2012 gewannen die Sozialdemokraten mit Robert Fico.

PORTUGAL: Die sozialistische Regierung von Jose Socrates wurde angesichts der schweren Wirtschaftskrise im Juni 2011 abgewählt. Pedro Passos Coelho führte dann eine liberal-konservative Regierung.

IRLAND: Bei der Parlamentswahl im Februar 2011 wurde die wirtschaftsliberale Fianna Fail unter Premier Brian Cowen abgewählt. Premier wurde Enda Kenny von der konservativen Fine Gael.


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